Die fünffache Überraschung aus Erfurt bescherte ...

... allen Kindern einen glücklichen Montagmorgen: Nach der sehr ...


... bewegenden Vorstandssitzung des Bundesverbandes der Natur- und Waldkindergärten (www.bvnw.de) bei Katrin Abel in Erfurt bekam ich von ihr drei weiße und zwei schwarze Kaninchen-Geschwister (7 Wochen alt) geschenkt. Und die passten haargenau in unseren Bauernhofkindergarten-Montag: Draußen regnete es wie verrückt, der schöne Schnee schmolz dahin, David hatte einen Kummer und die „Süßen“ sind wirklich zum Knuddeln, was alle Kinder dann auch ausführlich und ausdauernd genossen haben. Bald kuschelte sich das eine und andere Kaninchen in den Armen oder auf dem Schoß der Kinder. Prof. Ulrich Gebhard stellt mit einem Mitscherlich-Zitat fest, dass ein Kind seinesgleichen brauche, „nämlich

Tiere, überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum“ Mitscherlich 1965 S. 24 zit. in Kind und Natur S. 74, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009. Seinesgleichen versorgten wir nach dem Morgenkreis mit Heu, Froni gab uns 6 Liter Milch und der Wind blies den Rauch des großen Holzbrenners wie Fahnen überm Hausdach hin und her. Zwar ließ es sich noch rutschen auf dem Restschnee, aber der Regen trieb bald alle Kinder in die Villa und zu den Kaninchen. Freilich gab es noch anderes zu tun wie Vater-Mutter-Rollenspiele; Friseur- und Verstecken spielen, den Abschlusskreis feiern und die Wetterblätter ausfüllen.




Die Fünf sorgten auch am Dienstag für viel Aufsehen und luden zu immer neuen Spielen ein. Das Wetter spielte auch mit: Es regnete den ganzen Morgen ununterbrochen. Im Morgenkreis feierten wir allerdings zuerst den vierten Geburtstag von Theresa und legten dann fest, wer sich um welche Tiere und ums Feuer kümmert. David überwand seine kleine Melkkrise und schaffte es voller Stolz, gut 300 ml Milch zu melken. Nach dem Versorgen der Milch und dem Vespern stapften wir nach Kinderwunsch durch matschig schweren Tiefschnee und in dichtem Nebel

zum Baumhaus hinauf. Dort tropfte Regen- und Tauwasser überall vom Dach und den Tannen und ließ sich gut zum Kochen auffangen. Hier und da rutschte es mit der Matschhose recht flott über kleine, noch mit etwas Schneematsch bedeckte Hügel oder man ließ sich die schneebedeckte Wiese hinunterkullern. In der Villa war dann bis zum Abschlusskreis eine weitere  „Häschenstunde“  ange- sagt, mit Nest bauen, in die Mütze setzen, kuscheln, klettern lassen und was die sehr wohlwollenden Mümmelmänner sonst noch mit sich anstellen ließen.

 



Dass fünf Kaninchen für elf Kinder eigentlich zu wenig sind, darüber sinnierte manches unserer „Elferbande“ am Mittwoch: „Wir müssen halt abwechseln“, lautete die Erkenntnis und die kleinen Nager nahmen‘s wieder gelassen, getragen, gekrault, gestreichelt, zugedeckt oder ein wenig eingewickelt zu werden. Die Freude an den Vierbeinern steigt und so kam z.B. unsere Jade zum ersten Mal als erste morgens im Kindergarten an: „Natürlich wegen den Hasen!“ Im Morgenkreis tauchte Robby mit einem Tag Verspätung zu Theresas Geburtstag auf, mit dem üblichen Theater und als er dann feststellen musste, dass es keinen Kuchen mehr gab, wollte er tatsächlich ein Kaninchen essen. Da war aber Protestgeschrei angesagt. Als Roland Maier sein Zauber-Kaninchen ins Spiel brachte, staunte nicht nur Robby. Draußen bei den Tieren gab’s die lang ersehnte Freiheit für alles Geflügel, denn die Einsperrpflicht ist aufgehoben worden; das Federvieh wollte es erst gar nicht recht glauben und traute

sich nur vorsichtig nach draußen in den Schnee. Gradewegs ins Wasser rannten alle Enten und begannen sogleich mit ihren Tauch- und Baderitualen. Bei Froni molken Rebecca, Jade und David zusammen gut einen von fast sieben Litern Milch. Nach dem Vespern und einer weiteren  „Häschenstunde“ zogen wir in Regenkleidung wieder nach draußen zum Rutschen auf dem letzten Stückchen Eis. Unsere vier Großen machten sich wieder mit ihren Untersuchungs“koffern“ auf Entdeckungstour: Egal ob Schneematsch unter der Lupe; Schneematsch mit Löffel und Pflasterstein bearbeiten oder eine Dose mit Nagel und Stein öffnen  -  sie finden immer und überall etwas zum Untersuchen. Im Abschlusskreis las Heidrun den zweiten, noch spannenderen Teil vom  „Eisenhans“, wie der  „Junge“  (ohne Namen) zu seinen goldenen Haaren kam, deswegen vom Eisenhans fort gejagt wurde und dann bei einem Königshof als Diener zu Arbeit kam. (Man muss es selber lesen!) 



„Guten Morgen, liebe Sonne“ sangen wir am Donnerstag ganz gezielt im Morgenkreis, denn sie ließ sich tatsächlich ein wenig blicken. „Puh, ich schwitze!“ stöhnten Jade und Rebecca nach 10 Uhr, als sie sich zum x-ten Mal die Wiese hinunter durch den letzten Schnee kullern ließen. „Wir sind die Schneewalzen und pitsche nass!“ sangen sie voller Freude. Morgens schenkte uns Froni über 6 Liter Milch und die Hühner zwei Eier. Heidrun hat das Feuer im großen Ofen zusammen mit Justus, Theresa, Mila und Mathilda angemacht. Mit den Rucksäcken spazierten wir zum Vesperhäuschen, um dort in der Sonne zu frühstücken. Danach walzten die Großen den Restschnee platt und weil sie wirklich von

Kopf bis Fuß gut nass geworden sind, ging‘s zurück zur Villa; natürlich zur nächsten Häschenstunde, bei der heute auch bisher eher zurückhaltende Kinder sich ein Kaninchen auf den Schoß nahmen und die gegenseitigen Berührungen und Bewegungen sichtlich genossen  -  Kinder brauchen Tiere! Im Abschlusskreis ging das Märchen vom Eisenhans natürlich glücklich zu Ende: Der Junge Mann bekam die Königstochter zur Frau und der durch ihn erlöste Eisenhans kam als herrschaftlicher König zur Hochzeit und schenkte dem Jungen alle Schätze, die er besaß. Ins Wetterblatt schrieben die VorschülerInnen morgens 6 und mittags 8 Grad bei Sonne und Nebel.

 



Mit 3 Autos, 10 Kindern und 3 Erwachsenen reisten wir am Freitag gegen 8.45 Uhr im Seniorenzentrum an. 3 Tagesgäste und Monique empfingen uns herzlich. Nachdem die Kinder gevespert hatten, spazierten wir ins Städtle zum Einkaufen. Gegen 10 Uhr sangen wir mit 12 Senioren unser Morgenlied und feierten den Morgenkreis. Heidrun erzählte in ihrer Lerngeschichte für Justus, wie geschickt er ihr alle Schritte des Feueranmachens im großen Holz- ofen erklären und vormachen konnte. Als Über- raschung fürs gemeinsame Alt-und-Jung-Programm sollten die Kinder anhand unserer Beschreibungen verschiedene Gemüsesorten erraten. Eine Kartoffel, eine Karotte, eine Zwiebel, Kohlrabi, Rosenkohl, Sellerie und Lauch legte Ursel in die Mitte und gleich erkannten alle: Das gibt eine Gemüsesuppe. Überall

an den Tischen wurde dann geschält, gezupft und klein geschnitten. Wieder interessant und bewegend zu beobachten, wie selbstverständlich sich „die Alten und die Jungen“ gegenseitig behilflich waren. Roland Maier half in der Küche beim Kochen mit, während Alt und Jung sich um seinen lustigen dreidimensionalen Papierclown kümmerten: Anmalen, ausschneiden, Arme und Beine einrollen  -  war viel Arbeit und die musste gegen 11.45 Uhr unterbrochen werden, denn der Suppenwagen fuhr vor. Probiert haben alle von der Suppe; geschmeckt hat sie allen Erwachsenen und fast allen Kindern. Wir danken Susanne und Ursel herzlich für alles Vorbereiten und die Mitarbeit; ebenso ein großes Dankeschön an Monique, Leitung der Tagespflege. Wir kommen nächsten Freitag gerne wieder.


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