Was macht eine ausgebildete Biologielaborantin fünf Tage...

... im Bauernhofkindergarten, wo sie doch sonst in einer biopharmazeutischen Firma arbeitet? ...


Sie blüht auf und die Kinder mindestens genauso! Julia ist auf der Suche, fand unsere kleine Einrichtung im Internet und war beeindruckt. Heute, am Montag, sicherlich auch - und glücklich. Anna erklärte ihr schon gleich um halb acht alles über die Kaninchen und die Ordner mit den Lerngeschichten und das Malen und als die nächsten Kinder ankamen, scharten sich alle um Julia. Wir feierten Morgenkreis, versorgten die Tiere, haben Froni gemolken und Feuer gemacht. Mit den Rucksäcken spazierten wir dem eisigen Ostwind entgegen Richtung Passionsweg. Als es im Wald so richtig steil den Hang hochging, begannen die Ersten mit Hochklettern und runterrutschen. Das ging ganz gut und dann ging‘s immer höher; so hoch, dass die Mutigsten kaum noch zu sehen waren; und dann runtersausen! Mit großer Begeisterung haben fast die Hälfte der Gruppe die

Naturrutschbahn mehrfach ausprobiert, inklusive eines kleinen Sturzes, der aber gut abgefangen glimpflich davonging. Wir vesperten mitten im Wald und wanderten bergaufwärts weiter. Manche Mädchen sammelten Flechten, Schilf und Binsengras  -  viel mehr ist um diese Jahreszeit auch nicht zu finden. Der Rückweg führte uns quer durch den Wald und die Orientierung der Kinder stimmte: „Links geht’s zum Kindi!“  Dort haben wir den Kaninchen ihren Käfig frisch gemacht. Julia las ein Bilderbuch nach dem anderen vor, bis um 12 Uhr der Abschlusskreis begann. Das arme Katherlieschen wollte es ihrem Frieder immer recht machen, aber dauernd ging alles schief, mal sehen, wie das neue Märchen ausgeht. Minus 2 Grad morgens und 1 Grad mittags bei Wolken und Nebel trugen die Vorschüler in die Wetterblätter ein.




Das Märchen vom Katherlieschen endete am Dienstag im Abschlusskreis sehr merkwürdig: Sie sollte auf Geheiß der Spitzbuben Rüben auf des Pfarrers Feld stehlen. Sie tat’s, bis ein Mann sie entdeckte. Der beschloss, dass es der Teufel sei, lief zum Pfarrer, trug den zum Feld wegen seines lahmen Fußes. Dort angekommen sehen sie Katherlieschen und rennen aus Angst vor dem Teufel davon. Aus! Man muss ja nicht immer alles verstehen. Rebecca hat jedenfalls heute beim Melken „voll verstanden, wie man drücken muss, dass richtig viel Milch kommt!“ Sie brachte es auf fast 1 ½ Liter. Nachdem wir die Tiere versorgt hatten, wanderten wir in die Sonne, also Richtung Schwenkenhof. Am Vesperhäusle war’s schon gemütlich warm 

und schön zum Vespern. Bis zum Höfenhof spazierten wir weiter, spürten die Kälte im Wald deutlich und genossen die Sonnenstrahlen wieder draußen vor den Tannen. Den ersten vagen Vogelstimmengesängen konnten wir auch lauschen. Dass Siloballen natürlich optimal zum Verstecken spielen sind, haben alle schnell verstanden und gleich in die Tat umgesetzt. Zurück an der Villa schnibbelten die Jüngeren ihre Suppen aus den gesammelten Flechten, Tannenzweigen und Binsengräsern. Die Sonne wärmte herrlich, wir hätten fast den Abschlusskreis draußen gefeiert. Ins Wetterblatt schrieben die Großen morgens minus fünf und mittags plus fünf Grad bei  „nur Sonne“!



Am Mittwoch war’s soweit: Wir feierten den Abschlusskreis zum ersten Mal in diesem Jahr draußen vor der Villa! Und es war herrlich warm! Selbst die Bienen schwärmten in Scharen aus. Im Morgenkreis feierten wir den sechsten Geburtstag von Justus; natürlich mit Robby, der Handpuppe, die immer dazu kommt, wenn jemand Geburtstag hat - aber nur weil er den Kuchen oder die Muffins essen will. Beim Gratulieren will er sich allerdings immer drücken, außer, das Geburtstagskind verspricht ihm einen Muffin. Heute hatte er Pech: Nichts gab’s für ihn. Damit der Robby die Muffins nicht heimlich stibitzt, während wir die Tiere versorgen, hat Justus die Muffins im Kühlschrank versteckt. Anna und David hatten beim Melken ihre ersten kleinen Erfolgserlebnisse und stolz trugen wir dann über 6 Liter Milch zum Filtern. Zusammen mit einer Mama und ihren beiden Kindern spazierten wir zum Vesper-

häusle in die Sonne. Weil Ronja beschloss, mit zu gehen, trugen wir ihr Welpen bis zu den Wiesen, dort konnten dann beide mit den Kindern spielen. Ein schönes Bild, als unser Schnupperkind Mia das Hundebaby auf dem Schoß hatte und es dann einge-schlafen ist. Der Brennholzstapel hatte es den Großen heute angetan: Raufklettern, runterspringen, Kiefernnadeln pflücken und Verstecken spielen  -  geht alles mit einem schlichten Stapel Brennholz. Zurück an der Villa spielten fast alle wieder Ver- stecken. Justus töpferte indes mit mir seine Geburtstags-Müsli-Schale, was recht mühsam ging, weil der Ton recht hart geworden ist. Ins Wetterblatt wurde eingetragen morgens minus 3 Grad und mittags 9, bei blauem Himmel und Sonnen-schein. Noch ein schönes Bild: Als Mila der Julia draußen erklärte, wie sie Beide auf der Bank Memory spielen können  -  hat super geklappt;  „Julia kann das!“



Morgens minus 3 und mittags 9 Grad bei blauem Himmel und viel Sonnenschein stand auch am Donnerstag in den Wetterblättern. Im Morgenkreis erzählte Heidrun in ihrer Lerngeschichte für Theresa Herzog, wie diese gestern sehr mutig auch auf den Holzstapel hinaufgeklettert und sogar alleine heruntergesprungen ist. Später gab es einen kleinen Sturz und deshalb erklärte mir Theresa heute: „Da gehe ich nicht mehr hoch!“ „Na gut“, ermunterte ich: „Heute nicht, aber nächste Woche bestimmt, oder?“ Sie schaute mich an und strahlte über beide Backen! Der Sonnenplatz beim Vesperhäusle genügte auch heute wieder vollkommen: Jedes Kind schälte die Rinde an seiner kleinen Astgabel, die wir unterwegs gesucht hatten;  viele kletterten von allen Seiten

 auf den Holzstapel, sammelten Kiefernnadeln; entdeckten, wie unterschiedlich ein Stückchen Kiefernzweig und eins von der Eiche riechen; sammelten winzige Steinchen in Vesperdosen oder sägten und schnitten sich eine Höhle in einen Haufen alter Tannenäste. Irgendwann brannte die Sonne so heiß, dass einig sich der Schuhe und Strümpfe entledigten. Jetzt konnten die unterschiedlichen Temperaturen erst richtig gefühlt werden: „Die nasse Erde ist eisekalt, das welke Gras ist mittelwarm und das Holz warm …“ Um halb zwölf wollte niemand zurückgehen, aber wir mussten halt. Dafür feierten wir den Abschlusskreis barfüßig vor der Villa und anschließend erspürten einige Kinder den Schnee und die nassen Pflastersteine baren Fußes.



Am Freitag wollte niemand barfüßig gehen, weder im Seniorenzentrum noch draußen, denn es regnete bei 5 Grad Außentemperatur. So kam’s, dass wir seit langem die Stunde zwischen Verspern und Morgenkreis indoor verbrachten in der Spielecke vor dem Schlossbergsaal. Mit der Holzeisenbahn spielten Justus und Anna, mit den Stofftieren und Handpuppen hatte Theresa Herzog die Idee, Arzt zu spielen, was viele begeistert und motiviert hat; auch ein Bilderbuch ließ sich Jule von Julia vorlesen. Um 10 Uhr klang unser Morgenlied zusammen mit den Senioren wie ein Chorgesang! Monique hatte mit den Tagesgästen unser Lied einstudiert und jetzt sangen alle vom Blatt, aber sowas von schön und kräftig - da waren alle begeistert. Als Kreativangebot brachte Ursel ein Zupfinstrument mit, Susanne verschiedene

Becher und kleine Schachteln, um Trommeln und Rasseln herzustellen und wir hatten die Astgabeln dabei und Kronkorken für eine  „Schepper“. Die Becher und Dosen malten die Senioren bunt an, einige Kinder einige Pappkartons. Mit dem Akkubohrer bohrten Kinder Löcher in die Astgabeln, führten einen Draht durch und fädelten die Kronkorken auf. Zwanzig kleine Kieselsteinchen sammelten drei Kinder draußen, füllten sie in kleine Blechdosen, die verschlossen und dann angemalt wurden. Die erste Einheit zum Musikinstrumentebau konnte abgeschlossen werden; nächsten Freitag geht’s weiter. Wir kommen gerne wieder und danken allen Mitarbeiterinnen herzlich für alles Vorbereiten und Begleiten.



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