Von Schiltach in den Schiltacher Bauernhofkindergarten?  Warum ...

...eigentlich nicht? Schließlich hat man vom Städtle aus ...


... (so nennen die Schiltacher liebevoll ihren Heimatort) den kürzesten „Weg“ zu uns, etwa 3 Kilometer, im Vergleich zu Familien z.B. aus Aistaig (21 km), Schramberg (14 km) oder Aichhalden (6 km). Am Montag haben wir uns sehr gefreut, dass sich eine zweite Familie aus Schiltach auf den Weg zu uns gemacht hat, um einen Vormittag mit uns zu verbringen. Der Tochter hat es gefallen und die Eltern sind beeindruckt … Wir sind gespannt! Nach dem Morgenkreis ging die größere Gruppe mit Roland zu den Pferden, Hühnern und Enten und anschließend zum Feuer anmachen im großen Ofen. Jade und Theresa Herzog halfen beim Füttern der Schafe und Kühe und beim Melken von Froni. Danach begann es zu regnen und wir stiegen zur Burgruine hinauf. Im Wald sah es am Wegrand plötzlich so aus, als hätte ein Bagger über 10 Meter weit den halben Wald umgegraben und teilweise fast 1 Meter tiefe Löcher hinterlassen; nur gab es weit und breit keine Spuren von Baggerrädern oder -raupen, stattdessen aber mehrfach Losungen von Wildschweinen. Unglaublich, mit welcher Kraft die Schwarzkittel nach Wurzeln

graben können. Auf der Burg versuchten die Kinder mit dem Feuerstahl ein Papiertaschentuch zum Brennen zu bringen. Nach vielen Versuchen brannte dann auch eines, aber mangels trockenem Reisig gab’s nur ein kurzes Freudenfeuerchen. Auf dem Rückweg hielten wir noch am Baumhaus an, doch der kalte Wind ließ uns gerne in die warme Villa zurückkehren. Dort bekamen die  „fünf Jungs“  ihre Villa neu gerichtet und die Kinder bauten wieder das Hasenhaus aus den mit Kleidern gepolsterten Stühlen. Nebenbei entdeckten zwei Mädchen, dass sich sowohl ein schwarzes, wie auch ein weißes Kaninchen in einem schwarzen Zylinder sehr hübsch macht  - „ jetzt müsste man noch zaubern können!“  Vom Waldhaus erzählte das Märchen im Abschlusskreis und wie der graubärtige Alte dort zum Prinzen verwandelt wurde, weil die dritte und jüngste Tochter des Holzhackers nicht nur ihm, sondern seinem Hühnchen, dem Hähnchen und der bunten Kuh zu essen und zu trinken brachte. Drei Grad morgens, sechs Grad mittags bei Regen und Wolken trugen die VorschülerInnen in die Wetterblätter ein.




Nur Regen gab es am Dienstag bis 12 Uhr. Da fielen den Kindern keine Orte draußen ein, zu denen es sich zu wandern lohnte. Also wurden die Tiere versorgt, Eier eingesammelt, Feuer gemacht und Froni gemolken. Gleich nach dem Vespern drehte Justus einen Apfel nach dem andern durch die Schäl- maschine, während Roland die Ringe fein säuberlich auf die Rundhölzer zum Trocknen auffädelte. Auf Europas größter Bildungsmesse, DIDACTA in Stutt- gart konnte ich meine Ziehbank, die Kinderschaufel und das Lernmesser am Stand des Bundesverbandes der Natur- und Waldkindergärten aus- stellen und am Samstag wieder abholen. Da kam mir die Schwester der Apfelschälmaschine in die Quere: Die Chipsmaschine. Roland arbeitete sich in die Bedie- nung ein und produzierte hübsche Kartoffelspiralen. Kurz frittiert und alle genossen die heißen Chips vom

Schaschlikspieß. Passend dazu formten und schnitten acht KünstlerInnen am Tisch aus all unserer Knete die verschiedensten bunten Leckereien. Nebenan bei den Kaninchen bauten einige Kinder und Heidrun eine Art Urlaubscamp aus Kleidungsstücken, Stühlen und Sitzkissen für die fünf Jungs, die dieses Spiel sichtlich genossen und hier und da auch mal auf einem Schoß einfach einschliefen. In der Kinderkonferenz besprachen wir die Spiel- und Streitregeln, mutmaßten bei den Fotos der Gesichtsausdrücke über die jeweiligen Gefühle und tauschten uns über die Vermutungen, Ideen und Phantasien zum „Dieb“ aus; den haben die Großen erfunden und ab und an verfolgen sie ihn … Nach dem Abschlusskreis und dem Wetterblatt hieß es: Jetzt gehen wir aber raus! Dort rückten mehrere Kinder dem Restschneehaufen mit Schaufeln zu Leibe.



Mit Klappsägen rückten wir am Mittwoch aus. Ziel: 50 laufende Meter Besen- und Rechenstile zu finden. Dazu eignen sich Haselnussstecken am besten und die wachsen bei uns wie wild an den steilen Straßen- hängen. Zuvor feierten wir Morgenkreis mit Heidruns Lerngeschichte und munterem Gemüseraten bei der Regel „Wir reißen keine Pflanzen raus“. Zehn Eier hatten die Hühner gelegt, Froni gab knapp 5 Liter Milch und das Feuer im Ofen brannte ruck zuck. Am Straßenrand fanden wir dann bald die ersten passenden Haselruten, denn sie müssen schön gerade und zwischen 2 und 2,5 cm stark sein; daraus werden 25 TeilnehmerInnen während der Fachtagung des bayerischen Landesverbandes der Waldkindergärten

www.lv-waldkindergarten-bayern.de   Ende April in einem meiner Workshops Kinderrechen und Kinderbesen herstellen.   Wir vesperten am Holzplatz und zogen weiter Richtung Schiltach. Bald hatten wir genügend Holz beisammen. Jedes Kind zog zwei Ruten, wir Erwachsenen ein paar mehr. Roland Maier marschierte mit den VorschülerInnen noch ein zweites Mal in den Wald, um die restlichen Stangen zu holen. Vor der Villa zerteilten wir in Teamarbeit die Ruten in Meterstücke und lagerten sie zum Trocknen in der Villa. Vor lauter Holz hatten wir uns sogar ein bisschen verspätet mit dem Abschlusskreis. Aber zum Singen und Märchen hören reichte es gut; selbstverständlich auch zum Wetterblatt.

 



Die fünf Jung's ziehen um - das war am Donnerstag unser Tagesthema. Nach dem Morgenkreis, Tiere versorgen, Eier einsammeln, Feuer machen und melken, heute mit Jade und Theresa und mit großem Melkerfolg für Jade: „Gell, wenn ich melke, klingt es jetzt wie bei dir, Helmut!“ filterten wir über 6 Liter Milch. Zum zweiten Besuch kamen eine Mama mit Tochter und Sohn und fühlten sich wieder richtig wohl. Während einige Kinder halfen, den Außenkäfig herzurichten, spielten die anderen entweder im Wald (Haselnuss-„Würstle“ sammeln) oder in Gutekunst’s Sandkasten. Silas und Nathanael halfen überall mit, ob beim Käfig abdichten oder beim Pfeil und Bogen bauen. Als das Freilaufgehege soweit fertig aufgestellt war, holten Rebecca, Jade und Nathanael die fünf Jung's ab und brachten sie in ihr neues Zuhause mit „Wohnhaus“ und Unterschlupf.

Noch etwas unsicher erkundeten die Mümmelmänner die fremde Umgebung und fühlten sich bald zu hause; schwupp die wupp hatten sie ihr „Häuschen“ zu Verstecken entdeckt. Im Sandkasten entstand eine große Burg mit echtem Wassergraben, während drei Kinder die beiden bisherigen Hasenkäfige säuberten und aufräumten. Danke an Familie Hahn fürs Ausleihen, ebenfalls an Familie Gutekunst und danke schön für den Wiesenplatz und den Zaun zum Abdecken des Geheges! Heidrun las im Abschluss- kreis ein erstes Stück vom gestiefelten Kater vor, während wir unsere getrockneten Apfelringe genossen. Ins Wetterblatt schrieben die Großen morgens 5 und mittags 12 Grad, bei viel heißer Sonne und Sturm - der blies um die Mittagszeit so lautstark durch die Tannen des Waldes, dass man kaum sein eigenes Wort verstehen konnte.

 



Am Freitag dagegen stand in den Wetterblättern morgens 3 Grad, mittags 5 Grad bei Wolken und Graupelschauer. Bei unserem Besuch im Schiltacher Seniorenzentrum hatten wir es gut erwischt: Während unseres Spaziergangs von neun bis zehn Uhr blieben wir alle trocken, danach kam es immer wieder zu heftigen Schneeregenschauern. Unser Ziel für heute lautete, alle Musikinstrumente der Kinder fertig zu bekommen.  Mit nur sechs Kindern

und einer hilfsbereiten Mutter war das auch gut zu schaffen. Gegen 11.45 Uhr hatten alle Kinder eine Schachtelgitarre, eine Kronkorkenrassel und eine kleine Blechdose mit Kieselsteinchen zum Scheppern. Besonders schön klang wieder das mit allen Senioren un Mitarbeiterinnen zusammen gesungene Morgenlied.   Wir danken Susanne und den Mitarbeiterinnen Eva Maria und Erna für ihre Fürsorge, Geduld und Gastfreundschaft.



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