Ganze Berge von Memory-Holzplättchen stapelte ...

... Theresa Schaupp am Montag in der Frühe vor dem Morgenkreis, damit ...


... Heidrun wieder Patz hatte, um die nächsten, frisch beklebten auf dem Tisch zum Trocknen auszulegen. Justus reichte die Holzstückchen an Anna, die den Kleber auftrug. Bald sind alle Plättchen (übrigens gesägt aus „upcycelten“ Schubladenböden) mit einem gemalten oder fotografierten Motiv versehen, dann müssen wir mal zählen und sortieren. Entstehen sollen 10 Memory’s, für jede Familie und fürs Seniorenzentrum eines. Im Morgenkreis las Heidrun ihre Lerngeschichte für Mila (4 J.) vor, wie sie am Freitag im Seniorenzentrum nach kurzem Zögern die Tagesgäste nach ihren Namen fragte, damit sie ihnen den Ball zuwerfen zu konnte. Wir versorgten die Tiere und fuhren dann zu mir, um nach den neugeborenen Lämmern zu sehen. Im strahlenden Sonnenschein und kurzärmelig vesperten wir auf der Terrasse. Die Lämmer waren ganz schön schnell

und zum Teil auch schon ganz schön schwer. Da war es einfacher, z.B. die Hühner im Stall zu besuchen oder das Kaninchen anzulocken. Mit einem Mal entdeckten einige Kinder kleine Schafwollstückchen auf der Wiese und begannen, sie zu sammeln: „Daraus machen wir ein Kissen.“ Aber so viel fanden sie dann doch nicht. Die Großen erinnerten sich ans Schafe scheren im letzten Mai und dass wir da jede Menge Wolle gewaschen hatten. Na klar bekamen alle mindestens eine Hand voll davon zum Mitnehmen. Zurück an der Villa bekamen die Kaninchen ihr Zuhause frisch gemacht. Im Abschlusskreis las Heidrun die Frau Holle vor und da war es wieder, das Kissen … Nach den Wetterblättern zählten die Vorschüler mit Freude und Eifer Holzeier, leere Eierschachteln und die Finger an ihren Händen - heute auch mal rückwärts.




Auch am Dienstag ließen sich die Großen auf so manche Herausforderung in Sachen Holzeier ein, z.B. auf die Frage nach der Hälfte: Was passiert, wenn die 10 Eier in zwei Hälften geteilt werden? Geteilt haben wir das selbstgebackene Fladenbrot gegen 10 Uhr vor der dritten Passionswegstele auf der Wiese. Warum? Weil ich nach dem Morgenkreis mit den Bildern erzählte, wie Jesus das erste (und letzte) Abendmahl mit seinen Jüngern in Jerusalem gefeiert hat; drei Tage vor seinem Tod. Dabei dankt Jesus seinem Vater für das Brot, bricht es symbolisch und gibt jedem seiner Jünger ein Stück davon mit der Einladung: „Nehmt und esst, das ist mein Leib, für Euch gegeben“ und als der Becher mit Wein weitergereicht wird: „Nehmt und trinkt alle daraus; das ist mein Blut des neuen Bundes, das für euch und für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden. Solches tut zu meinem Gedächtnis".

Ich weiß nicht, was die Kinder alles gedacht und gefühlt haben; sie haben jedenfalls das Fladenbrot und den Traubensaft sehr genossen. Die bitteren Kräuter, die zu jedem Passahfest gegessen werden, sammelten wir direkt auf der Wiese: Löwenzahn, Spitzwegerich und Sauerampfer konnten die Kinder tatsächlich schon finden, kleinschneiden und in unseren ersten Froni-Quark mischen. Der war so lecker, dass wir das Kilo Quark fast leergegessen hatten. Nach dem Essen gingen alle ihres Weges unter der herrlichen Sonne: Sich verstecken, einander fangen, die ersten Kleinlebewesen entdecken oder trockene Herbstblätter auf vertrocknete Grashalme auffädeln  -  das nennt frau dann „Drehwurm“! Leider mussten wir viel zu früh gehen, damit es fürs Wetterblatt und die Holzeier noch reichte und die Kaninchen wollten wir aus ihrem Außengehege wieder in die Villa bringen.



Das hat am Mittwoch unsere Mia mit Bravour fast alleine übernommen: Als die Mümmelmänner im Wäschekorb vor dem Hauskäfig standen, setzte sie eins nach dem andern behutsam hinein. Vielleicht ergänze ich mein Eingewöhnungskonzept um die Mümmelmänner? Jedenfalls hat Mia über die Kaninchen für sich ein weiteres Türchen geöffnet und die nächsten werden folgen. Wir öffneten zum Morgenkreis die Villatür und feierten ihn draußen, mit brennender Kerze. Zum Melken kamen Justus und Anna mit, die andern Kinder halfen Heidrun bei den Ponys, Hühnern und Enten und beim Feuer anmachen. Wir spazierten zum Passionsweg.

Dort las Heidrun die biblischen Geschichten zu

den ersten drei Stelen vor. Beim Einzug in Jerusalem habe ich das alte Kleidungsstück durch einen

neuen bunten Stoff ersetzt. Jetzt sammelten wir Ginster und vertrocknete Gräserblüten

für die Holzhasen, die wir am Freitag mit den Senioren basteln wollen. Auf dem Rückweg suchten wir nach trockenen Haselnussstämmen, aus denen die Hasenkörper gesägt werden. Fünf lange Stücke fanden wir im Wald. Justus und Anna haben sie in zwölf kurze Stücke zersägt, mit der Ziehbank und in Partnerarbeit ging das am besten. Mia, ihre Mama und ihr Bruder pflückten die ersten Huflattichblüten, die werden getrocknet und dienen dann auch als Deko für die Holzhasen. In der Zeit bis zum Wetterblatt und der Eierschachtelrunde mixten die Größeren eine interessante  „Pasta“ aus Kräutern, Schafswolle, diversen Erden und Quellwasser, während die Jüngeren im Sand gruben, aufhäuften und formten  -  wie schön, wenn der Phantasie freien Lauf gelassen werden kann, ohne in Plastik- oder Papierschablonen und ähnlichen Schubladen eingesperrt zu sein.



Ein bisschen eingesperrt waren fünf Kröten, ein Laubfrosch und ein Molch, als wir nach dem Versor- gen der Tiere zum Trickenweiher fuhren. Dort wurde ein nigel-nagel-neuer Schutzzaun aufgebaut, damit die Lurche auf ihrem Weg zum Laichplatz nicht die Straße überqueren und dort sterben müssen. Interessanter Weise zogen bei unserer Ankunft die sieben Weißtannenstämme alle Aufmerksamkeit auf sich. Sie mussten dann auch gleich nach dem Vespern genutzt werden zum Klettern, Springen und Balan- cieren. Als Marion aber „Amphibien“ in einem Eimer entdeckte, marschierten alle mit entlang am Kröten- zaun. Die Sieben ließen sich auf einen Streich in Kin- derhänden zum Weiher tragen. Zwei bedankten sich sogar mit leisem Quaken (beschlossen die Kinder). Auch die offiziell für die „Rettung“ zuständige

Frau aus Höhnweiler dankte den Helfern und hoffte, dass wir noch öfter kommen, denn die Wanderungen fangen in den nächsten Tagen erst richtig an. Im Wasser entdeckten wir zwei Laichballen voller „Kügelchen“ mit schwarzem Punkt; mit der Esels- brücke weiß man: Sind es einzelne, runde Eier, also so rund wie ein o“, dann sind sie vom Frosch. Sind die Eier in langen Schlangen verpackt, werden einmal Kröten daraus. Frosch und Kröten tauchten natürlich im Wasser gleich ab und Tannenstämme mit 50 bis 70 cm Durchmessern und 5 Metern Länge („Gell, das kann man da vorne lesen!“) blieben bis halb zwölf das große Thema für alle Arten von „Bewegungsfreiheit“. An der Villa feierten wir den Abschlusskreis und die Großen kümmerten sich ums Wetterblatt und um ihre 10 Holzeier samt zweier Eierkartons.



Mit 25 Haselnuss-Rundhölzern, 5 Metern Efeu, einem Büschel Ginster, Huflattichblüten, Nägeln, Hämmer, Zangen und Heißkleber zogen wir am Freitag in die Tagespflege „Oase“ in Schiltach ein, zusätzlich zum sonst immer üblichen Freitags-Besuchs-Zubehör: Hausschuhe, Vesper, Gitarre, Regeln, Monatskette und Lerngeschichte. Nach dem alle Kinder gevespert hatten, spazierten wir unseren Lieblingsweg heute mal oben herum, bei Sonnenschein und angenehmer Temperatur. Da kam er wieder, der freundlich Dauerläufer mit russischem Akzent und grüßte fröhlich: „Ich freue mich immer, wenn ich euch hier draußen sehe, das ist so wichtig!“ Um 10 Uhr feierten wir den Morgenkreis, dann wurde es recht anstrengend in der Oase. Die erste Herausforderung: Aus Blumendraht den Hasenkopf formen; die zweite: aus Blumendraht zwei Hasenohren biegen und die dritte: Kopf und Ohren miteinander verbinden. Zum Glück gab es 7 Erwachsene, die überall helfen konnten, bei Jung und Alt gleichermaßen (danke an Marion für Deinen Einsatz!). Als die Hasenköpfe

auf dem Rundholz festgenagelt waren, mussten aus den Naturmaterialien kleine Sträußchen gebunden werden, als Deko für den Hasenbauch. Unsere Großen hatten den „Dreh“ bald raus und stecken ein Sträußchen nach dem andern, damit auch alle Senioren ihr kleines Gesteck für ihren Hasen bekamen. Da schlug die Uhr fast 12 und flux halfen die Vorschüler beim Aufräumen und fegen. Auch wenn es ein wenig mühsam zuging, freuten sich am Ende alle über die kleinen Kunstwerke. „Nächstes Mal sollen wir aber wieder mit den Bällen spielen“, erklärten die Großen auf dem Weg zu den Autos. Ich danke alle Mitarbeiterinnen im Seniorenzentrum sehr für Eure Geduld und Fürsorge! In der Villa gab’s noch einiges zu sortieren und aufzuräumen, z.B. einen ganzen Schubkarren frisch gehobelter Brettchen, die uns Martin Kopp wieder einmal geschenkt hat  -  sehr herzlichen Dank dafür! Wir werden noch manches Kunstwerk aus den  „upcycelten“ ehemaligen Deckenbrettern zaubern. „Warum in den Baumarkt fahren, wenn das Gute (Alte) liegt so nah“.

 



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