„Bloß eine Kröte“ bedauerten die Kinder am Montag, ...

... als wir gemeinsam alle Eimer entlang des Schutzzaunes abgesucht hatten.


Mehr Amphibien entdeckten wir allerdings im kleinen Teich: Über 10 Krötenpärchen ließen sich im Wasser treiben; die Laichschnüre können zwischen zwei und vier Metern lang sein und 3000 bis 6000 Eier enthalten. Das Männchen gibt den Sperma direkt beim Austreten des Laich's aus dem Po des Weibchens auf die Schnüre. So genau wollten die Großen es jedenfalls wissen. Laich fanden wir dann noch an mehreren Stellen, auch vom Laubfrosch. Da war das Krötenfieber aber auch schon abgeflacht und

wir fuhren zurück zur Villa. Bei immer noch kleiner Besetzung von 6 Kindern und unserer Gastfamilie verteilen sich die freien Beschäftigungen schnell und ohne große Absprachen, „Aber jetzt könnten dann endlich mal wieder alle kommen“, kommentierte Anna das Geschehen. Ich erzählte die biblische Geschichte, wie Jesus nach dem Abendmahl mit seinen Jüngern zum Beten in den Garten Gethsemane ging und sie bat, mit ihm zu beten; da sind sie drei Mal eingeschlafen  -  und haben ihn jetzt schon alleine gelassen.

 




Große Freude herrschte am Dienstagmorgen in der Villa, denn „unsere“ Masuda konnte nach Monaten ihrer schlimmen Verletzungen tatsächlich wieder zum Dienst kommen. Vergangenen Oktober wurde sie von „einem Auto“ so angefahren, dass sie einen doppelten Beckenbruch erlitt. Heute strahlten jedoch alle und wir sind sehr froh, dass Masuda schon ein paar Schritte gehen kann. Mit immerhin acht Kindern und unserer zweiten Gastfamilie versorgten wir die Tiere; beim Melken haben Anna und Jade geholfen. Ich erzählte die Fortsetzung der biblischen Geschichte von gestern, wie die Hohenpriester mit Soldaten anrückten, um Jesus mitten in der Nacht im Garten Gethsemane gefangen zu nehmen, nachdem Judas ihn durch einen Kuss verraten hatte. Sie führen ihn weg wie einen Schwerverbrecher, obwohl er nie einem Menschen etwas zu Leide getan hatte. Und wieder lassen ihn seine Jünger im Stich. Wir machten uns auf den Weg, um die Stationen des Passionsweges entlang zu gehen und die fünfte Stele

zu betrachten. Erst erzählten die Kinder, was ihnen jeweils zu den Symbolen einfiel und Heidrun las dann die biblischen Texte dazu vor. Im frischen Grün der Wiesen fand sich dann so manches Essbare: Wiesen- schaumkraut, Schafsgarbe, Gänseblümchen, Spitzwe- gerich und besonders lecker dessen Knospen, Sauer- ampfer und Löwenzahn incl. Blütenknospen. Jade hatte vom Vespern noch ein Stückchen Brot übrig und kreierte damit ihre ersten Kräuterhamburger: „Am liebsten mag ich das Wiesenschaumkraut, weil das wie Kresse schmeckt!“, sagt’s und beißt rein: „Mh, so lecker!“ Wo anders wurden Gräser gesam- melt für einen Strauß oder Steinchen, um sie über den Kopf rollen zu lassen. Einen ganzen Eimer voll Löwenzahn sammelten wir auf dem Rückweg für die Kaninchen, die sich dankbar darüber hermachten. Zum guten Schluss hat Heidrun mit den Großen die Wetterblätter ausgefüllt und mit den Holzeiern gerechnet; da konnte Masuda als Lehrerin nicht still sitzen und ist an Anna’s Seite gerückt, um ihr zu helfen.

 

 



Große Freude überkam David (samt Mama) und Masuda, als sie sich seit so langer Zeit am Mittwoch endlich wiedersahen: „Meine Masuda ist wieder da!“ So glücklich ging‘s dann auch nach dem Morgenkreis unter der Sonne zum Melken und schwupp die wupp stand der Milchpegel in seinem Messbecher bei ½ Liter. Die Tiere waren versorgt, das Feuer im Ofen angezündet und wir nahmen wieder Platz in der Sonne vor der Villa, um zu vespern. Laut Plan kratzten wir anschließend die Oberfläche in unserem kleinen Gärtchen locker - umgraben ist out! Das zerstört nur die Bodenkultur (und den besten Boden macht seit Millionen von Jahren immer noch der Wald: ohne menschliches Zutun, in dem immer nur wieder etwas obendrauf gelegt wird…) Mit vereinten Kräften wurde mit Sauzahn und Harke gekratzt, Beikräuter und Gräser entfernt und mit dem Rechen eingeebnet. Mit mehreren Eimern marschierten alle Kinder und Heidrun mehrfach zu den Ponys, um deren kostbare „Äpfel“ einzusammeln und sie auf dem Gartenboden zu verteilen; „Das geht am besten mit der Hand“, erklärte Anna. Als nächstes spazierten alle auf die Weide, um nach Wühlmaushügeln zu suchen, denn diese Erde eignet sich hervorragend für unser Mini-Gewächshaus.

 Gleich an der Straße entdeckten die Kinder mehrere „Hügel“ und schaufelten den feinkrümeligen Boden mit Händen in die Eimer. Löwenzahn pflückten wir noch für die Kaninchen. Fein gesäubert von Wurzeln und Keimlingen wurde der Mutterboden in der Schale verteilt. Zur biblischen Geschichte trafen wir uns vor dem Flanellbildertuch: Jesus wird als Gefangener vom Hohen Rat verhört. Nach vielen Beschuldigungen fragt ihn der Hohepriester Kaiphas: „Bist du der Christus, der Sohn Gottes?“, und Jesus antwortet nur: „Du sagst es. Von nun an werdet ihr den Men- schensohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels.“ Da zerriss Kaiphas seine Kleider und schrie: „Er lästert Gott! Was brauchen wir weitere Zeugen?“ Alle Schriftgelehrten und Ältesten beschlossen: „Er ist des Todes schuldig!“ Sie bringen Jesus zu Pilatus, dass der ihn verurteile. Der fragt: „Bist du der Juden König?“ Jesus antwortete nur: „Du sagst es.“ Und das Volk will lieber den Verbrecher Barabbas frei bekommen und Jesus ans Kreuz nageln lassen. Pilatus fragt mehrfach nach Jesu verschulden. Vergebens. Das Volk fordert: „Kreuzige ihn!“ Da wäscht der Landpfleger seine Hände in Unschuld. Das Volk grölt: „Lass ihn kreuzigen!“

 



Mit sage und schreibe zwölf Kindern konnten wir am Donnerstag Morgenkreis vor der Villa feiern. „Das gab’s ja schon ewig nicht mehr!“, beschlossen die Großen. Mit Freude kamen Theresa und Emma nach einer ausgiebigen und schönen Familienreha heute wieder bei uns an und fühlten sich sichtlich wohl, Emma natürlich vor allem wegen Masuda. Heidrun musste krankheitsbedingt zu hause bleiben, da las ich ihre Lerngeschichte aus meinen leeren Händen vor, so gut ich sie im Kopf hatte; das fanden alle sehr lustig und erkannten dann auch, dass sie für David war. Zum Melken gingen Theresa und David mit, Marion und Masuda versorgten zusammen mit den Kindern die Ponys. Nach dem Vespern blieben wir „ums Haus“, auch weil ich morgens 9 Liter Milch erhitzt hatte, um nochmals einen Käseversuch zu starten. Die meisten

Kinder versammelten sich im Wald bei Jades „Küche“, sie nennt es  „Hausquartier“ und zauberten zum einen allerlei geheimnisvolle Bio-Soßen, Tunken und Pasten und zum andern diverse Kräutersalate. Der Käse in der Villa-Küche wollte nicht fest werden, jetzt machen wir eben Quark daraus. Mit Malen, Fotos ausschneiden, Schaukelseil reparieren und Löwenzahn für die Kaninchen suchen verging die Zeit bis zum Abschlusskreis wie im Nu. Weil Theresa und Emma von der ganzen Passionsgeschichte bisher gar nichts mitbekommen hatten, erzählten wir ihnen im gemeinsamen Austausch alles bis zum Verhör Jesu. Die Großen kümmerten sich dann um die Wetterblätter: 5 Grad morgens, 16 Grad mittags bei blauem Himmel und Sonnenschein. Abschließend „rechneten“ sie wieder gerne mit den Holzeiern.

 

 



Mit dreizehn Kindern konnten wir am Freitag kurz vor 9 Uhr in die Tagespflege Oase einziehen, wo uns die Leiterin Monique und zwei Tagesgäste freudig empfingen. Nach dem Vespern spazierten wir in der Sonne Richtung Wald, sammelten nebenher Löwenzahn für die Kaninchen und entdeckten eine tote Blindschleiche. Mit 12 Senioren und drei Mitarbeiterinnen sangen wir aus voller Kehle unser Morgenlied und „Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt“. Nach den Regeln und der Monatskette wünschten sich die Kinder nochmals eine von den Händen vorgelesene Geschichte - kein Problem. Nun bekamen Alt und Jung Schürzen und Malkittel umgebunden. Die Pappmasche-Hühner mussten mit weißer Farbe angemalt werden. Fünf Kinder hatten noch keinen Luftballon beklebt. Dank Alexandra Hahn war‘s möglich, denn sie fuhr extra nochmals nach hause, um ihren Kleister zu holen -

vielen Dank! Die Malerei mit der Wandfarbe gestaltete sich recht schwierig, für Jung und Alt gleichermaßen. Aber mit vereinten Kräften (Danke Marion, Masuda, Susanne, Heidi und Hellen!) hingen nach 11 Uhr zwanzig weiße und fünf graue Luftballons zum Trocknen auf den Leinen. Jetzt mussten erst mal alle geweißelten Finger und Hände geschrubbt werden. Mit den Vorschülern versuchten wir dann noch, die Hühnerfüße aus Ton zu modellieren. Aus Zahnstochern sind die Krallen und die Beine aus Holzstöckchen. Wir sind gespannt, wie die Beine nächste Woche an den Hühnern halten und aussehen werden. Nach 12 Uhr fuhren wir zur Villa: Kaninchen versorgen, Stühle hochstellen, staubsaugen, Blumengießen. Um 13 Uhr verließen wir glücklich und zufrieden unseren Bauernhofkindergarten. Danke auch an Annette Kopp und Thomas Herzog für ihren Fahrdienst.



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