Mit drei Autos in den Wald fahren, ist eigentlich nicht ...

... unser Ding, aber weil uns Förster Holger Wöhrle aus Schiltach mehrere Stellen gezeigt hat, wo wir ...


Ginster ernten können, mussten wir. Am Montag kamen trotz der Schulferien immerhin acht Kinder! Und Franzi besuchte uns nochmals, weil es ihr im Bauernhofkindergarten so gut gefällt. Sie ging gleich mit Justus, Anna und mir zum Kühe füttern und Melken. „Das will wirklich gelernt sein“, stellte sie fest und bewunderte die Vorschüler, die nicht aufgeben, bis es klappt. Heidrun fütterte mit den anderen Kindern die Hühner und Enten mit kleingehämmertem trockenem Brot; die Ponys sind jetzt auf der Weide und brauchen kein Heu mehr. Gegen 10 Uhr, bei den ersten Ginsterbüschen (Vor Kuhbach) packten wir unser Vesper aus und die Sonne brannte schon kräftig. Während Justus mit der

großen Astschere die Büsche am Boden abschnitt, weil sie laut Förster Wöhrle eh wegmüssen, suchten wir Erwachsenen die schönen geraden Triebe aus, die für das Besenbinden geeignet sind. Die Kinder transportierten sie dann in den Kofferraum. Gegen elf Uhr brannte die Sonne so heiß, dass wir beschlossen, zurück zu fahren. Vor der Villa banden wir die Ginsterzweige gleich noch zu besengerechten Büscheln, um sie trocknen zu lassen. Justus half die ganze Zeit mit. Die anderen Kinder kochten (freiwillig) mit viel Phantasie und feinmotorischem Geschick aus Erde, Sand, Sägemehl, Wasser, kleingeschnittenen Pflanzenteilen und Kräutern Suppen und Soßen in der Waldküche.




Mit drei Autos 20 km vom Kinderhaus Dornhan zum Bauernhofkindergarten fahren, ist ein tolles Ding! Schon zur Passionszeit 2016 reiste die Kinderhaus-Leiterin Cordula Eggs mit ihren Vorschülern und drei Kolleginnen an, um mit uns den Passionsweg zu begehen. Am Dienstag war es wieder soweit: Pünktlich zum Morgenkreis kletterten 18 gut gelaunte VorschülerInnen und 4 Erwachsene aus einem VW-Bus und zwei PKW’s. Sämtliche, uns zur Verfügung stehenden Bänke bauten wir vor der Scheune in der Sonne auf und zelebrierten mit allen Besuchern unser morgendliches Ritual mit immerhin 8 Bauernhofkindergartenkindern und 2 Gastkindern. Zum Füttern und Melken der Kühe gingen einige Dornhaner Kinder und 2 Erzieherinnen mit. Erst füllten sie Heu in die Rutsche und schauten sich dann die Kühe mal genauer an. Drei Mutige versuchten sich beim Melken.

Alle anderen Kinder gingen mit Heidrun zu den Hühnern und Enten. Nachdem die Milch gefiltert war, spazierten wir gemeinsam zum Passionsweg. Erstaunlich viele Details wussten die Kinderhaus-Kinder zum Leidensweg Jesu an den einzelnen Stationen zu erzählen. Bei der ersten Stele (Maria salbt Jesu Füße) gab es einen Tropfen fein duftendes Öl auf die Handrücken. Am zweiten Baumstammstück sangen unsere Gäste ihr Hosianna-Lied zum Einzug Jesu in Jerusalem. Beim Passah-Mahl (dritte Station) erinnerten wir uns an Jesu Worte zum ersten Abendmahl: Wir brachen Fladenbrot in Stücke und reichten sie reihum; zuvor sammelten kleine Gruppen Wiesenschaumkraut, Spitzwegerich, Schafsgarbe, Gänseblümchen, Löwenzahn und Sauerampfer, schnitten alles klein und mischten die Kräuter in den mitgebrachten Quark - schmeckt sehr lecker zu Fladenbrot und Traubensaft.



Anschließend genossen alle ihr mitgebrachtes Vesper. An der vierten Stele erinnerten wir an die Szene, wie Jesus seinen Jüngern nach dem Festessen die Füße wusch. Jesu Verhaftung und Verurteilung, sowie die Unschuldsbekundung des Pilatus: „Ich finde keine Schuld an ihm“ und dass er dann demonstrativ seine Hände (in Unschuld) wusch, erzählten wir uns gegenseitig an der fünften Station. Der Hahn auf dem sechsten Baumstammstück rief sofort die Verleugnung des Petrus in Erinnerung. Wie grausam Jesus sterben musste, ohne sich zu wehren, spürten wir förmlich beim Anblick der Nägel und der Dornenkrone an der letzten Stele, bei der ein Kreuz ganz unten am Boden aus dem Stamm herausgesägt ist: Man kann durch das Kreuz hindurchsehen, aber nur, wenn man sich davor hinkniet. Leider verging die Zeit wie im Flug; wir wollten den Gästen noch die Burg zweigen und Weizenkörner einsäen und …  -

  also sie müssen einfach nochmals kommen, beschlossen unsere Kinder. Eine große Überraschung gelang den Gästen: Viele Kindern hatten (von ihren Eltern) einen Einkaufszettel mitgebracht, auf dem liebevoll die Etiketten unserer Marmeladen, Gelees, Säfte usw. kopiert waren. Per Kreuz oder Notiz ließ sich genau „ablesen“, was die Gäste einkaufen wollten. Leider konnten wir nicht alle Wünsche erfüllen, aber wir freuen uns sehr über diesen überraschenden Großeinkauf! Klasse Idee und herzlichen dank ans Kinderhaus-Team und die Eltern. Jetzt sind es nur noch wenige Marmeladen, die wir gerne verkaufen würden; Holunder- und Quittensaft haben wir noch recht viel. Gegen 12 Uhr verabschiedeten wir uns und bekamen sogar noch einen handgeflochtenen Osterhasen geschenkt, der gleich unseren Eingang verzierte. Liebe Dornhaner: Gerne könnt Ihr uns jederzeit wieder besuchen!

 



Zum ihrem ersten Besuch kam Pauline am Mittwoch, sie besucht zurzeit die Fachschule für Sozialpädagogik in Freudenstadt (Oberlinhaus) und wollte unseren Bauernhofkindergarten unbedingt persönlich kennen lernen. Sie ist dann auch gleich überall mit eingestiegen: Beim Ankommen der Kinder, im Morgenkreis, beim Füttern der Hühner und Enten und dann beim Fertigstellen der Pappmaschee-Hühner. Weil es unser letzter Kindergartentag vor Ostern war, wollten wir alle anstehenden Arbeiten erledigen: Die Ostergeschenke einpacken, Osterhasen backen und die Papierhühner (endlich) fertigbasteln. Nach dem Vespern bereitete Heidrun mit einigen Kindern der Ausstecherlesteig vor. Während der im Kühlschrank ruhte, wurden die Memorys hübsch verpackt - die gibt es dann an unsrer Osterfeier am

Dienstag nach Ostern, denn Ostern vor Ostern feiern geht ja gar nicht, schließlich sind wir noch auf dem Passionsweg unterwegs und der schlimmste Tag steht bevor, der Karfreitag, der Todestag Jesu. Bis zur Auferstehung am Ostermorgen ist eigentlich Trauer angesagt. Wer’s ermöglichen kann, sollte eine Osternachtsfeier am Sonntag besuchen: Die beginnt im Dunkeln und draußen, bei uns in Rötenberg um 5.30 Uhr, an einem kleinen, anfangs verborgenen Feuer. Mit biblischen Texten erinnern wir uns an Gottes Wege mit seiner Schöpfung und seinen Menschen bis zum Leben, Sterben und Auferstehen seines Sohnes Jesus Christus. Mit der aufgehenden Sonne entzünden wir die Osterkerze an dem kleinen Feuer und tragen es in die Kirche. Dort loben und preisen wir unseren Gott, weil er den Tod überwun-



den und Jesus zum ewigen Leben auferweckt hat - damit auch wir in IHM das ewige Leben haben können. Wir feiern das Abendmahl und singen frohe Osterlieder. Anschließend findet die Auferstehungsfeier auf dem Friedhof statt und danach sind alle Gäste zum Osterfrühstück eingeladen. Im Kindergarten halfen alle fleißig mit, beim Backen, beim Hühnerbeine anmalen und beim Ausschneiden der Schnäbel, Kämme und Augen für die Hennen. Zum Schluss versuchten wir uns im gemeinsamen Flechten: Ich bekam die über 6 Meter langen „Verästelungen“ (Sprossachsen der lianenartigen Gewächse) eines Blauregens (Glycine) geschenkt und jedes Kind hielt zwei Schlingtriebe an drei Strängen versuchten wir nun mit Drüber- und Druntersteigen, zu flechten - sehr spannend! Zum Schluss hatten wir drei sehr lange „Zöpfe“ und aus

den Resten zeigte Pauline den Kindern, wie sie kleine Kränze flechten konnten. Die wurden so schön, dass die großen Mädchen sie mit Schafwolle und Moos dekorierten und daraus ihre Ostergeschenke entstehen ließen. Mehr war am letzten Kindergartentag nicht drin  -  war auch genau richtig so und manche Kinder nahmen schon mal ihr Huhn mit nach Hause.

 

Wir wünschen allen ein fröhliches Osterfest, weil unser HERR auferstanden ist; er ist wahrhaftig auferstanden! Wir hoffen, dass wir möglichst viele Familien und Gäste an unserem Osterfest am Dienstag, 18. April ab 9 Uhr im Bauernhofkindergarten begrüßen können (bitte meldet Euch bei mir kurz an, danke).  Vielen Dank an Pauline für Deinen unermüdlichen und phantasievollen Einsatz!

 

 

 



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