Die große Frage am Montag: Gibt es nochmals ...

... Pilze, oder nicht?


Wettermäßig hatte es viel geregnet, allerdings sind die Nächte kalt gewesen, von daher blieb es nach dem Morgenkreis, dem Melken und dem Hühnerfüttern spannend, als wir im Wald Richtung Schiltach unterwegs waren. Anfangs fanden wir auch nur hier und da eine paar sehr kleine Pfifferlinge. Aber gelegentlich und unverhofft entdeckte Justus recht stattliche

Exemplare, sodass wir gegen 12 Uhr in der Villa ganz schön viel zu putzen hatten. Quasi als Belohnung verschenkte David anlässlich seines sechsten Geburtstages leckeren Marmorkuchen an alle; vielen Dank dafür. In der Schlussrunde widmeten sich die Kinder den getrockneten Pilzen: In Döschen füllen, mittels Briefwaage abwiegen und verschließen.




Doppelten Besuch gab es am Dienstag: Ellen und Jakob, Karins Kinder sind mitgekommen und fühlten sich sichtlich wohl. Ellen ging gleich mit zu den Hühnern und Jakob versuchte sich erfolgreich beim Melken. Die große Frage stand auch am Dienstag im Mittelpunkt: Wo könnte es noch Pilze geben? Wir beeilten uns mit dem Melken und dem Hühnerfüttern und starteten schon zwanzig vor zehn in den Wald, zur großen Runde Richtung Schenkenzell. Anfangs fanden wir gar nichts. An einer Stelle allerdings recht viele Trompetenpfifferlinge. Danach hielten wir Vesperpause auf einem von vielen riesengroßen Weißtannenstämmen. Nach knapp 10 Minuten kam eine riesiger Langholzlaster und der freundliche Fahrer erklärte, er müsse jetzt genau diese Tannenstämme aufladen. Wir packten schnell ein und suchten uns einen guten

Platz zum Zuschauen und Weitervespern. Das war natürlich sehr beeindruckend, mit welcher Lässigkeit und Geschicklichkeit der Mann mit dem Hydraulik-Arm die oft über 10 Meter langen Stämme schnappte und auf dem Laster passgenau ablegte. Als er dann wegfuhr, konnten wir auch gehen  -  freilich nicht mehr die große Runde, aber eine kleine zurück. In der Villa verteilte Karin kleine Reststücke von Davids Geburtstagskuchen und feierte mit 7 Kindern (und ihren eigenen) den Abschlusskreis, während ich mit 3 Kindern nach Schiltach fuhr, die Marmeladengläser beim GLS-shop abzuholen. In der Schlussrunde haben viele Kinder zusammen mit Ellen Bilder gemalt. Justus, Jakob und ich säuberten indes die Trompetenpfifferlinge.  Danke Ellen und Jakob für eure Unterstützung!



38 Gläser Brombeermarmelade, 15 Kilogramm Kartoffeln und jede Menge etikettierte Gläschen mit Pilzpulver und Johanniskrautöl sind das Ergebnis eines arbeitsamen Mittwochs, an dem Michaela Keller zu Vertretung kam und maßgeblich zu diesen kleinen Erfolgsergeb-nissen beitrug. Im Morgenkreis hat Delaja zum ersten Mal ganz alleine eine Regel erklärt. Ich las die Lerngeschichte für Theresa Herzog vor und wir planten nach dem Hühnerfüttern und Melken, die Brombeermarmelade einzukochen und anschließend die Kartoffeln zu ernten. Weil viele Hände halfen, waren die 9 kg Beeren bald in den Gläsern und wir konnten uns den Kartoffeln widmen. Schon beim Herausziehen des Kartoffelkrautes hingen immer wieder herrliche Erdäpfel in den Wurzeln. Als wir dann vorsichtig mit der Harke und den Kinderhacken nachkratzen, stauten wir nicht schlecht: Zum Teil kinderhandgroße Knollen kamen zum Vorschein und insgesamt mehr, als ich gedacht

hätte. Übrigens pflanzen wir wieder mit der Kartonmethode: Karton auf das Wiesengras legen, 5 cm Erde drauf, dann die Kartoffeln und schließlich nochmals gut 5 cm Erde, fertig. Wir haben seither nichts an dem Kartoffelbeet gemacht!  Inzwischen bin ich zum begeisterten EM-Anfänger geworden  (Effiziente Mikroorganismen) und ein Bekannter, EM-Profi und Experte erzählte, er habe die Setzkartoffeln in ein wenig Schafwolle gehüllt und diese mit EM befeuchtet; außerdem bedeckt er sein Kartoffelfeld ständig mit einer Grasschicht, als Mulchdecke; ein riesen Ernteerfolg war ihm vergönnt (www.emvaria.com). Die Kinder wuschen noch alle Kartoffeln und freuten sich über die Ankündigung, morgen Pommes selber zu machen. Noch zwei Riesenerfolge: Im Abschlusskreis haben unsere beiden jüngsten Mädels das erste Mal mit dem Erzählalbatros auf dem Finger kurz erzählt, was ihnen gefallen hat.



15 Kartoffeln schälten einige Kinder am Donnerstag gegen 9.30 Uhr. Davor feierten wir Morgenkreis vor der Villa und in der Sonne. Auf dem Plan stand Hühner füttern, Pommes und Bohnen „machen“, fertig. Die geschälten Kartoffeln schnitten wir vom Team, ja, heut war es so weit, denn Julia konnte nach einer Krankheit endlich wieder bei uns sein! Also wir Drei schnitten die Pommesstreifen, während draußen das Fett in der Fritteuse heiß wurde. Die erste Ladung Erdäpfelstreifen zischte und dampfte im Fett und Karin erntete mit fünf Kindern einige von unseren Feuerbohnen,

um sie zu kochen. Kaum erwarten konnten

die Kinder die erste Portion Pommes und das

Schälchen mit Ketchup; und dann hat es natürlich allen wunderbar geschmeckt! Auch von den gekochten grünen Bohnen kosteten alle und fanden sie sehr lecker. Fünf Mal frittierten wir, bis gegen 11.30 Uhr alle gut gesättigt waren. Mit einem kleinen Spaziergang vorbei an den Ponys wanderten wir zum Abschlusskreis-Platz im Wald. Wie der Dummling zu einer goldenen Gans und schließlich zur Tochter des Königs kam, erfuhren wir im Märchen. Und wie viele getrocknete Trompetenpfifferlinge es braucht, bis 35 Gramm im Becher sind, hat Theresa Herzog später noch getestet, während andere Kinder mit Karin die Kuh Tina und ihr Kälbchen besuchten.



Am Freitag versammelten sich acht Kinder bei mir zuhause. Wir feierten Morgenkreis mit den „Luft“-Regeln und der „Luft“-Monatskette. In meiner Lerngeschichte erzählte ich davon, wie Delaja gleich zwei Lernerfolge am Mittwoch verbuchen konnte. Mit drei PKW’s fuhren wir in den Wald beim Brandsteig, voller Hoffnung, dort Pilze zu finden. Aber vergebens! Über eine Stunde marschierten wir quer Wald ein und fanden nichts. Dafür trafen wir einen Jäger, der uns erklärte, warum er Maiskörner in drei Pfützen verteilte und wozu er eine Kamera an einer Fichte befestigt hatte. In Anbetracht der erfolglosen Suchaktion wünschten sich die Kinder, dann doch lieber zu spielen, wenn es schon keine Pilze gibt. Und da können sie ja innerhalb einer Sekunde „umschalten“: „Dort ist unser Haus, du bist die Mama, du der Papa, ich das Kind und … und schon fühlen sich alle rund um zuhause mitten im Wald -

natürlich ohne Erwachsene!  Ich erlaubte mir einen kleinen Schlenker und fand drei wunderschöne Krause Glucken. Mit Begeisterung und gemeinsam putzten wir die Prachtexemplare gleich vor Ort. Die Gluckenstücke lagen sauber im Korb und schon verschwanden alle Kinder wieder zwischen Fichten und Tannen. Auf dem Rückweg zu den Autos entdeckte Justus tatsächlich noch eine krause Glucke. Bei mir zuhause angekommen, raspelten wir die trockenen Weckle mittels Küchenmaschine zu Weckmehl, um die Hühner damit füttern zu können. Während die ersten glücklichen Kinder abgeholt wurden, begannen wir noch, die Gluckenstücke etwas kleiner zu schneiden, weil sie dann besser trocknen. „Nächste Woche müssen wir unbedingt nochmal in diesen Wald und krause Glucken suchen“, beschlossen die Kinder; na denn! 

 



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