Wegen ihrer Bachelor-Arbeit mit dem selbst gewählten Thema Konzeptionsentwicklung ...

... von Bauernhofkindergärten kam Isabell Rösch am Montag extra aus ...


... Göppingen zu uns. Schon beim Morgenkreis gesellte sich die Erzieherin (in einem Regelkindergarten) in unsere Runde von 11 Kindern und fühlte sich sichtlich wohl. Das hielt auch den ganzen Vormittag an, obwohl der Dauernebel und der Nieselregen das „Drumherum“ nicht grade von seiner Wonnemonat-Mai-Seite zeigte. Delaja feierte ihren dritten Geburtstag. Anna zündete für sie drei Geburtstagskerzen an und wir sangen „Happy birthday“. Dann trällerten die Kinder voller Begeisterung das Lied vom Kühlschrank, der spazieren ging. Heidrun ging mit der großen Gruppe die Ponys und das Federvieh füttern und zum Feuer im großen Ofen anmachen; bei 5 Grad Außentemperatur ganz schön wichtig. Anna und Rebecca kamen mit mir zum Schafe und Kühe füttern und zum Melken: Heute schaffte es Rebecca, einen ganzen Liter Milch zu melken - da war sie mächtig stolz. Isabell kann’s bezeugen und als Tochter von einem riesengroßen Bauernhof weiß sie, worum es geht. Deshalb träumt sie auch davon, irgendwann einmal mit Kindergartenkindern auf dem Bauernhof zu leben - gut so!

Und wir waren uns schnell einig: Etwas Besseres gibt es für Kinder und Erwachsene einfach nicht! Zum Vespern blieben wir in der Villa und verspeisten die letzten Ostereier und als Nachtisch die leckeren Muffins von Delaja‘s Mama  -  vielen Dank dafür! Draußen schleppten mehrere Kinder den Kaninchenkäfig an eine frische Stelle. Nach und nach fanden dann alle irgendwo ihre Lieblingsbeschäftigungen, wie blühende Knoblauchsrauken als Strauß pflücken oder Schaukeln oder in der Villa Vater-Mutter-Kind spielen und Bücher anschauen. Nach dem Abschlusskreis füllten die Vorschüler ihre Wetterblätter aus, rechneten mit den Holzeiern und malten die Ergebnisse mittels roten und blauen Eiern in die Schachteln auf Papier. Isabell’s abschließender Kommentar: „Ich würde am liebsten hierbleiben“ spricht für sich und braucht keinen weiteren Kommentar (nur leider können wir nicht alle beeindruckten Erzieherinnen u.a. Erwachsene bei uns anstellen); deshalb Isabell: Du schaffst das! Danke für Deinen Besuch und ich bin sehr gespannt auf Deine Bachelor-Arbeit.

 




Krankheitsbedingt fehlten am Dienstag gleich drei Kinder und Heidrun. Janine Mutscheller hat die Vertretung übernommen und gleich noch ihre Mutter mitgebracht. So konnten wir einigermaßen „normal“ mit dem Morgenkreis in den Tag starten. Die Regeln erklärten wir wieder einmal ohne die Bilder „aus dem Kopf“ - wenn alle mitdenken, geht das gut. Wir beschlossen, die Bohnen in die Zeitungspapier- becher zu pflanzen und das Gartenbeet durch- zuhacken, denn wenn die Eisheiligen (Mamertus - Donnerstag, 11.5., Pankratius - Freitag, 12.5., Servatius - Samstag, 13.5., Bonifatius - Sonntag, 14.5. und Kalte Sophie - Montag, 15.5.) vorbei sind, kann draußen endlich gesät und gepflanzt werden. Nach dem Melken, heute mit Justus und Jade vesperten wir tatsächlich draußen. Die Großen suchten nach Erde für die

Bohnen und der Rest baute im Sand Wasser- gräben und übte sich im Schaukeln. Die Papier- becher waren gefüllt, Theresa bohrte mit dem Zeigefinger die Löcher und Delaja steckte die Bohnen hinein. Bei den Schafen hätten wir gerne die Lämmer gestreichelt, aber die hatten das nicht im Sinn: „Süß sind sie trotzdem“ beschlossen wir und besuchten die 3 Katzen- babys und die 5 Küken. Dann fing es wieder zu regnen an, also alle rein in die Villa und nach 5 Minuten wieder raus, die Sonne schien - aber nur kurz, dann nieselte es. Das ließ sich aber jetzt gut aushalten bis zum Abschlusskreis um 12 Uhr, mit dem Albatros, dem Märchen vom Daumerling, Apfelringen und Schlussliedern. Die Vorschüler schrieben in ihre Wetterblätter morgens 3 und mittags 13 Grad bei Nieselregen, Wolken und ein bisschen Sonne.

 



Drei Besuchskinder mit zwei Mama’s und einem Papa konnten wir am Mittwoch bei uns begrüßen, aus Sulz-Fischingen und aus Vorderlehengericht. Da sind wir natürlich „am Haus“ geblieben, nachdem wir die Tiere versorgt hatten. Neuer Rekord beim Melken: 700 ml schaffte Theresa Herzog und strahlte wie eine Königin! Zum ersten Mal in diesem Jahr haben wir die drei Ponys gebürstet und gesattelt. Für die meisten Kinder ein willkommenes „Programm“ und für unsere Gäste eine spannende Herausforderung: Mal draufsitzen trauten sich die beiden jüngeren Buben; schon richtig eine Runde Reiten traute sich die große Schwester, deren Mama ganz selbstverständlich auch ein Pony führte. Über eine Stunde zogen die Reiterinnen immer abwechselnd ihre Runden (die Mädchen

haben einfach eine besondere Beziehung zu den Pferden). Bei herrlichem Sonnenschein, im Sand, mit Quellwasser, Schaukeln und Matsch im Topf verging die Zeit bis zum Läuten der Kuhglocke wie im Flug. Den Abschlusskreis feierten wir zum ersten Mal an unserem Waldplatz unter den Weißtannen  -  die Mutigen gingen schon mal barfuß bis dahin und lauschten dem Märchen von der weißen Schlange (Teil 1), wie der Diener es wagte, die geheimnisvolle Schüssel des Königs zu öffnen, ein Stück von der weißen Schlange kostete und plötzlich alle Tiersprachen verstehen konnte. In der Villa schrieben die Vorschüler morgens 6 und mittags 20 Grad mit nur Sonne in die Wetterblätter, während die andern wieder in der Sonne spielten und schon mal ein Schokoladenfußbad nahmen.

 



„Schlaf Kindchen, schlaf, der Papa ist ein Schaf …“ sang ich am Donnerstag vor dem Morgenkreis, als Rebecca beschloss, auf drei Kinderstühlen noch ein bisschen zu schlafen, bis es endlich los geht. Es ging dann sehr fröhlich los mit unserem Morgenlied, den Regeln, der Monatskette und Heidruns Lerngeschichte, heute für unsere Jüngste, die gestern mit Feuereifer die ganze Prozedur des Feuer-anmachens im großen Holzbrenner mit Heidrun alleine gemeistert und dann auch noch das Feuer angezündet hat. Genau so eifrig und mutig war Mia wieder beim Füttern der Hühner und der Ponys dabei. Für das Muttertagsgeschenk sind wir mit Eimerchen losgezogen, um Veilchen, Schafsgarbe, Spitzwegerichblätter und -blüten,

Knoblauchsrauke und Gänseblümchen zu sammeln. Alle schnibbelten dann gegen 11 Uhr in der Villa alles kurz und klein. Mit etwas Gemüsebrühe, Senf, Essig und Bierhefeflocken mischte ich alles in unseren gestern hergestellten Quark (weil der Käse mal wieder nicht fest werden wollte). In Gläsern abgefüllt hat Anna den Kräuterquark noch mit Gänseblümchen verziert. Jade und Rebecca spülten alles Geschirr bis zum Abschlusskreis. Den feierten wir draußen vor der Villa und erfuhren, wie Diener von den drei Ameisen, den Raben und den Fischen Hilfe bekam, weil er ihnen dereinst geholfen hatte. Wetterblattmäßig konnten wir zufrieden festhalten: Morgens 8 und Mittags 18 Grad bei Wolken und etwas Sonne.

 



„Alle Vögel sind schon da“, „Kuckuck, kuckuck, ruft’s aus dem Wald“, „Der Kuckuck und der Esel“, „Ein Vogel wollte Hochzeit halten“, „Häschen in der Grube“ und noch manch anderes Volkslied sangen wir, begleitet mit Orffschen Instrumenten am Freitag mit 12 Senioren ab 10 Uhr draußen vor der Oase. Zur Abwechslung suchten die Kinder bei den Tages- gästen nach Kärtchen mit denselben Würfel-augen. Doch vor 11 Uhr wurde es allen zu kalt unterm bewölkten Himmel und im Schatten des Hauses, sodass wir mit dem Schlossbergsaal vorlieb nahmen. Hier gab es nochmals Lieder, das Fingerspiel mit den „Fünf Männlein“ und das Ratespiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Gegen Ende wollten die Kinder noch „Der Fuchs geht um“ spielen und die Tages- gäste schauten gerne zu. Zum Schluss haben wir die Spielzeugkiste durchsortiert und dabei

fiel für jedes Kind das eine oder andere Überbleibsel ab. Beim Abholen bekamen die Müttern unseren Muttertags-Kräuterquark überreicht mit dem kleinen Gruß: „Liebe Mama, was Du alles für mich tust, kann niemand zählen; wie sehr Du mich lieb hast, will ich jedem erzählen! Du bist die Beste, Tag und Nacht und jeden Morgen; egal, wie es mir geht, bei Dir bin ich immer geborgen. Ich möchte Dir gerne eine Freude machen, an diesem Muttertag, mit frischen Sachen. Die habe ich für Dich gepflückt, mit Gänseblümchen noch geschmückt. Ich hoff‘, dass Dir der Quark auch schmeckt, wir haben schon davon geschleckt. Was drin ist, das verrat‘ ich auch: Knoblauchs- rauke und Schnittlauch, Vroni‘s Milch und Hefeflockenteilchen, Spitzwegerich und echte Veilchen, etwas Senf und etwas Salz, Gott erhalt‘s. Danke für alles, was DU für mich tust!“

 



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