Wer sitzt am Montag, 22. Mai im Wald auf einem Bein, das mit einem Mooskissen gepolstert ist?

... Ich verrate es nicht - aber wer in der Bildergalerie genau hinschaut, kann es unter...


den Fotos erkennen. Wir hatten eine „neue“ Familie mit ihren beiden Kindern zu Besuch und freuen uns sehr, dass Tochter und Sohn bald zu uns kommen werden. Gefallen hat es allen Vieren den ganzen Vormittag: Im Morgenkreis, bei den Tieren, unterwegs zum Bächle hinterm Schwenkenhof und dann beim Spielen am und ums kühle Nass. Da wurde über den Graben gesprungen, mit und dann ohne Hilfe, das eiskalte Wasser gefühlt, geklettert und gerutscht, 2 Frösche „gefangen“ und ein toter Baum entdeckt, der sich zum Sterben an einen anderen gelehnt hat. Unterwegs probierten

wir die unterschiedlichen Geschmacksvarianten

von Knoblauchsrauke, Sauerklee, rotem Klee

und die Spitzwegerichknospen. Die Spielgeräte am Schwenkenhof wurden auch noch kurz in Beschlag genommen, um dann unter der heißen Sonne zur Villa zurück zu kehren. Da feierten wir den Abschlusskreis sehr gerne an unserem kühlen Waldplätzle, viele gingen barfuß dahin. Alle erzählten, wie schön es am Bächle war, Heidrun las den zweiten Teil von Hänsel und Gretel vor und wir sangen von der Schlange im Schilf am Teich. Ins Wetterblatt schrieben die Großen morgens 8 und mittags 23 Grad bei wenigen Wolken und viel wärmender Sonne. In die „Rechenblätter“ malten sie 6 rote und 4 blaue Eier, gibt zusammen 10 in einer

Schachtel usw.

 




Wer sitzt am Dienstag, 23. Mai auf der größten von drei Ziehbänken, zwischen Rebecca und Jade und schält Buchenastgabeln? Ich verrate es: Dan aus Schiltach hilft uns derzeit als Praktikant aus, weil Heidrun 3 Tage Dienstbefreiung hat, um ihre Facharbeit zu erstellen. Zuvor im Morgenkreis beschrieb immer ein Kind das Bild einer Regel und die andern benannten sie dann im Wortlaut, meist im Chor. Wir beschlossen, nach dem Versorgen der Tiere am Haus zu bleiben und die bei der Fachtagung des Bundesverbandes für Natur- und Waldkindergärten übriggebliebenen Buchenastgabeln zu schälen, so lange sie noch einigermaßen feucht sind. Daraus wird die Kinderhacke hergestellt. Bei Froni macht sich der Weidegang deutlich bemerkbar: Wir konnten über 5 Liter Milch melken; anschließend wird sie jetzt immer auf die Weide zu den anderen Kühen geführt. Direkt nebendran vesperten wir in unserem Waldstückle gemütlich und viele Kindern entdeckten anschließend im Vater-Mutter-

Kind-Spiel noch allerlei Ideen, z.B. dem „Baby“ ein Bett machen, es mit Grashalmen zuzudecken und ihm einen Naturschnuller zu geben. Wie einfach die Natur inspiriert, wenn die Kinder nicht von unnatürlichem abgelenkt werden. Dann machten sich die Älteren ans Bearbeiten der Buchenäste, zwei konnten sich auf den Ziehbänken versuchen, der Rest probierte es mit den Schnitzmessern. Das war ganz schön anstrengend, weil die Rinde nicht mehr wirklich frisch war. Während die Jüngeren schaukelten und im Sand spielten, übte Delaja das Rindeschälen unter Anleitung ihres neuen Freundes Roland Maier mit einem Küchenmesser an einem kleinen Fichtenast. Der war auch zu trocken, aber an einem frischen Stück Haselnussrute ging es gleich viel besser. Hier und da gab es schon mal ein Blutströpfchen, aber das kommt halt mal vor. Nach 12 Uhr hatten wir immerhin 15 Holzhacken vorgefertigt und die Vorschüler kümmerten sich ums Wetterblatt und rechneten mit den Holzeiern.

 



Wer sitzt am Mittwoch, 24. Mai nach dem Morgenkreis auf dem Melkschemel und stellt mit Blick auf die 1 Liter Messbecherskala freudig überrascht fest: „Ich habe über 700 Liter gemolken! So viel habe ich noch nie geschafft!“ David. Er hat tatsächlich die 700 Millilitermarke überschritten und das war an den letzten beiden Tagen bei zwei Vorschülerinnen auch die große Bestätigung, dass sich das Üben und die Ausdauer lohnen: Sie molken über einen Liter Milch. Froni stand im Übrigen diesen „Höchstleistungen“ in keinster Weise nach, sie gab mehr als 5 Liter Milch und ließ sich in alter und gewohnt braver Manier vom Stall auf die Weide führen. Acht Kinder gingen mit Roland Maier und Dan die Hühner und die Schafe mit Brot und die Kaninchen mit Gras fütterten. Im Schatten der Tannen vesperten wir und dann entdeckten die Älteren einen schönen Platz unter den tiefhängenden Ästen einer Weißtanne. Den belegten sie kunstvoll mit Moosplatten, die von überall her zusammengetragen wurden. So entstand ihre „Wohnung“, in der sie noch lange Zeit zusammen spielten. Die vier Jüngsten spielten und sangen auf den Kinderziehbänken „Tut, tut, tut, die Eisenbahn“ und vergnügten sich bei den Schaukeln.

Wir versammelten uns nach 12 Uhr in der Villa, wo die Großen die Wetterblätter ausfüllten und die andern sich auch jeweils ein Blatt Papier holten, und zu malen begannen. Mit den Holzeiern versuchten wir mal einen Blick ins „Halbieren“: Wenn 8 Eier in der Schachtel sind und die Hälfte ist zugedeckt, wieviel sieht man noch? Und wenn 9 Eier in der Schachtel sind, wie sieht dann die Hälfte aus?  Geht nicht, war die erste Feststellung; Wie könnte es den gehen, fragte ich nach. Tatsächlich kam ein Kind auf die Idee: „Das eine Ei durchsägen und dann in jeden leeren Becher ein halbes Ei reintun“.  Das konnten alle gut nachvollziehen  -  „Aber wir sägen nicht die schönen Holzeier kaputt, oder?“ Nein, das ging auf dem  „Rechenblatt“ und per Bleistift ja auch und viel einfacher, nachdem geklärt war, wie man ein halbes Ei malt.  Wir hörten den Schluss vom Hänsel-und-Gretel-Märchen und Theresa wünschte sich noch die Sieben Raben; da waren wir alle so vertieft, das kaum jemand bemerkte, wie die Mama Gisela sich leise zu unserer Märchenrunde gesellte und einfach mit hörte  -  bis zum letzten Satz: „Und sie herzten und küssten einander und zogen fröhlich heim.“  Schön, wenn Eltern so „hinter uns stehen“  -  danke!

 

 

 




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