Als Stubenhocker haben wir ...

... zwar wenig Erfahrung, aber am Montag zeigte sich, dass wir ...


... das auch können. Den Morgenkreis mit allen 12 Kindern feierten wir vor der Villa. Julia las ihre erste Lerngeschichte vor; sprachmelodisch sehr ansprechend und inhaltlich gekonnt - alle wussten gleich, für wen Julia geschrieben hatte! Wir planten, nach dem Melken und Hühner füttern, die Ponys zum Reiten zu holen. Theresa Herzog hatte sich auf dem Zwetschgenmarkt einen eigenen 500 ml-Messbecher fürs Melken gewünscht und bekommen, klar, dass sie den dann heute gleich testen musste. Zum ersten Mal ging Emma Glück mit zur Froni und sie hat sich ganz geschickt angestellt und gleich schon einige Spritzerchen Milch gemolken. Als wir beim Vespern vor der Villa saßen, fing es zu regnen an. Da beschlossen wir, in der Villa zu bleiben. Dort ergab sich eins ums andere: einige Kinder klebten die

Etiketten auf die Brombeermarmeladengläser, schrieben die Preisetiketten und klebten diese auf die Deckel. Andere lauschten Julia beim Buchvorlesen oder malten mit den Holzstiften. Später füllten einige die Blüten-Kräuter-Butter-Mischung in Tütchen ab, während andere Kinder Karin beim Buchvorlesen zuhörten. So verging die Zeit und auf einmal standen die Uhrzeiger auf 11.30 Uhr. Mit dem Lied vom Kühlschrank starteten wir draußen den Abschluss- kreis, da fing es wieder an zu nieseln. Also alle rein in die Villa. Nach dem Märchen vom Froschkönig und den Schlussliedern starteten unsere vier Vorschüler mit dem ersten Ausfüllen ihrer Wetterblätter. Später blieb noch Zeit, ein paar getrocknete krause Glucke-Stückchen zu mahlen, oder draußen zu spielen  -  es hatte wieder aufgehört zu regnen.




Draußen ist es doch schöner - so sah der Konsens am Dienstag aus. Den Morgenkreis feierten wir witterungsbedingt in der Villa und beschlossen aber gleich schon, dass wir auf jeden Fall eine kleine Runde wandern werden. Zum Melken gingen David und Jule mit; schon spannend, wenn ein Kind dem andern erklärt und zeigt, wie das mit dem Melken geht; David hat das professionell gemacht und Jule war richtig mutig fürs erste Mal. Die anderen Kinder fütterten zusammen mit Julia und Karin die Hühner und die Kaninchen. In voller Regenmontur marschierten wir los.

Doch schon nach den ersten Metern im Wald hörte es auf zu regnen und wir entdeckten Pfifferlinge. Immer wieder trafen wir einzelne Schwammerln an, mehr aber auch nicht - aber wir wollten ja auch keine Pilze suchen. Dafür fanden die Kinder verschiedene Blumen, interessante Holzstücke, hübsch geformte, bunte Steine, Knochen, Moose und zuletzt jede Menge frischer Eicheln - unterwegs! In der Villa wurden die Pilze geputzt und zum Trocknen ausgelegt. Außerdem gab es noch Farbstifte zum Anspitzen und krause Gluckenstücke zum Zermahlen.



Fast vom Winde verweht wurden wir am Mittwoch, als wir gegen 11 Uhr am Ende unserer kleinen Verlegenheitswanderung den Wald beim Schwenkenhof verließen: Da fegte uns der Westwind dermaßen heftig entgegen, dass viele Kinder das Gefühl bekamen: „Der Sturm bläst mich ja gleich weg!“ Aber wir blieben standhaft und machten uns eilends auf den Weg zur Villa. Den Morgenkreis wollten wir draußen feiern, aber es fing zu regnen an; also zogen wir in die Villa. Julia hatte wieder eine sehr gelungene Lerngeschichte geschrieben und alle erkannten sofort: „Die gehört dem Hannes!“ Zum Melken gingen Emma Glück und Theresa Herzog in einer Selbstverständlichkeit mit, dass ich staunte; und sie haben „erfolgreich“ gemolken. Die Hühner und die Kaninchen bekamen ihr Frühstück von allen anderen Kindern, Karin und Julia serviert. Eine kleine Runde wollten wir draußen unterwegs

sein und nebenher nach Pilzen suchen  -  das machte aber wenig Sinn, denn es gab praktisch nichts zu finden. Dafür aber wieder überall die spannenden Schätze des Waldes: Stöcke, Blätter, Knochen, kleine Zweige von Weißtanne, Kiefer und Lärche, erstes Herbstlaub und Federn. Man kann ja auch einfach Gräser und Blumen pflücken und die an der Villa zu einer Natursuppe klein schneiden  -  man kann!  Zum Abschlusskreis saßen wir sogar kurz unter einer Prise Sonnenschein und hörten, wie die Katze die Maus überlistete und am Schluss mal eben verspeiste. Die Vorschüler übten sich im Ausfüllen ihrer Wetterblätter und schrieben 8 Grad morgens und 15 Grad mittags in die Kästchen; Kreuzchen kamen bei den Symbolen Wolken, Wolken und Sonne, Regen und Sturm in die Kästchen. Fast alle Kinder verbrachten die verbleibende Zeit draußen mit allerlei freien Spielen.





Fast ein halbes Pfund Butter schüttelten Alt und Jung am Freitag gegen 11.30 Uhr im Schlossbergsaal des Gottlob-Freithaler-Hauses der Sozialgemeinschaft Schiltach Schenkenzell. Die Mitarbeiterin Ursel hatte sich intensiv auf das Thema „wie es früher war“ vorbereitet. Unter anderem brachte sie und ihre Kollegin Susanne ein Handkaffeemühle, einen Kaffeefilter aus Porzellan, eine Alu-Milchkanne, zwei Wärmflaschen, ein schwarzes Wandtelefon mit Wählscheibe und Kaffeebohnen mit. In ihrer ansprechenden Art und Weise führte sie die Senioren und die Jüngsten zum Thema und konnte gleich mit den Wärmflaschen (aus Gummi und aus Kupferblech) die Aufmerksamkeit aller gewinnen. Ein reger Austausch über die Erfahrungen aus heutiger und früherer Zeit entstand zwischen Alt und Jung und mancher Tagesgast hatte spannendes aus seiner Kindheit zu berichten. Das Material fühlen, das Gewicht heben, heißes Wasser in den Flaschen fühlen, da hatten alle vielerlei zu spüren und zu erinnern. So ging es weiter mit dem

Wählscheibentelefon: Jemand fing an zu wählen, dann wählten Kinder und stellten die Unterschiede zum modernen schnurlosen Telefon fest; natürlich wurden beide gleich ausprobiert und wir erlebten die herrlichsten Rollenspiel-Szenen, als z. B. Herr Kunz schnurlosen "Handy" mit David am kabelgebunden „Knochen“ zu telefonieren begann. Bald entdeckten die Kinder das kleine Wunder der Kaffeemühle, mahlten und rochen um die Wette, während die Senioren den Duft liebten und sich an „Lindes-Kaffee“, Gersten- und Zichorienkaffee („Muckefuck“) erinnerten. Als Susanne 18 Twist-off-Gläschen mit etwas Sahne füllte, glaubte niemand, das daraus allein durch schütteln Butter entstehen würde; tat es aber und alle staunten, als wir mit einer Gabel die Butterklößchen aus den Gläsern fischten. Da war die Zeit leider schon wieder um und wir beschlossen, dieses für alle spannende und vielschichtige Thema am nächsten Freitag fortzusetzen. Danke an Ursel und Susanne für den gelungenen Vormittag! Wir kommen gerne wieder.



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