Pilz- und Erdbeerallarm beim Hexenhäusle am ...

... Montag, 19. Juni bei 30 Grad: Den Morgenkreis feierten wir noch ...


... vor der Villa, wobei es schon mächtig heiß war, weshalb wir auch beschlossen, nach dem Tiere versorgen direkt in den Wald zu verschwinden. Beim Melken hatten Froni und wir Drei (David und Rebecca) mächtig mit den Bremsen zu kämpfen, bis Rebecca dann die Fliegenklatsche holte … Mit den Rucksäcken spazierten wir dann Richtung Hexenhäusle und gleich schon nach den ersten Metern im Wald leuchteten klein aber deutlich 5 Pfifferlinge unterm Gras hervor, schon etwas angetrocknet, aber genießbar. Das überraschte uns, um diese Zeit schon die ersten Schwammerln zu entdecken. Es sollten gleich noch mehr werden, weshalb wir den Pilzalarm ausriefen:

Immer wieder entdeckten wir einen bräunlichen Lamellenpilz in verschiedensten Größen und hier und da ganz junge Perlpilzköpfchen. Beim Hexenhäuschen angekommen, hofften wir auf einen Schluck Quellwasser, es kamen aber nur einzelne Tropfen. Dennoch vesperten wird hier. Auf dem weiteren Weg rief Theresa Herzog den Erdbeeralarm aus, als sie gleich mehrere der feinen Waldfrüchtchen entdeckte. Und da kamen noch ganz schön viele dazu. „Schade, dass wir keinen Quark im Kühlschrank haben“, erklärte Rebecca, „sonst hätten wir Erdbeerquark“ machen können.  Das lässt sich natürlich zukünftig ändern!

 




Sensenalarm am Dienstag: Kurz nach 8 Uhr testeten Justus, Theresa und Rebecca meine neuste Erfindung, die Kindersensen. Wie bei meinen Kinderschaufeln habe ich die Proportionen des (Sensen-) Stiels der Körpergröße der Kinder angepasst. Mit ein bisschen Hilfe verstehen die Kinder recht schnell die Technik der Sensenführung. Weil wir aber um 8.30 Uhr schon nach Schiltach ans Kinzigufer fahren wollten, blieb wenig Zeit zum Üben, aber immerhin entstanden 3 nette kleine Grasbahnen. Es war schon brütend heiß und dank Marion Gajen konnten wir pünktlich mit 11 Kindern in drei PKWs losfahren. Jade und Anna kamen direkt zur Kinzig. Im Schatten feierten wir Morgenkreis und Heidrun las ihre Lerngeschichte für Theresa Herzog und Justus vor, wie sie gestern beschlossen hatten, den Eltern-Infozettel, den Heidrun wegen dem Badetag von Hand schrieb, einfach Buchstabe um Buchstabe abzuschreiben. Vor dem Vespern wollten Theresa und David unbedingt ein Feuer zum Grillen anmachen, also gingen wir in den Wald, um Holz zu holen.

Mit dem Feuerstahl entzündete Dan ein Papiertaschentuch und bald loderten die ersten Flämmchen. Rebecca verschenkte ihren Geburtstagskuchen  -  vielen Dank dafür! Doch dann verlockte das kühle Nass im Fluss mehr als die heißen Flammen an der Grillstelle und bald wateten oder saßen alle Kinder irgendwo im Fluss. Steine suchen, Steine werfen, Wassertierchen entdecken oder Sand ins Wasser streuen, alle fanden ihre Lieblingsbeschäftigungen und das kühle Wasser tat ja so gut. Da musste man sich schon mal ganz reinsetzen oder mit der Taucherbrille ganz untertauchen. Dan lud zu einer  „Führung“  flussabwärts ein  -  er muss es ja wissen, schließlich ist er hier und „in“ der Kinzig groß geworden. Die Großen wateten alle mit bis zum ehemaligen Schwimmbad, kletterten auf Steinbrocken und hüpften mutig von einem zum andern. Und die Jüngsten fanden ihre Abkühlung am Ufer oder in dem kleinen Bachlauf samt Springbrunnen. Um 12 Uhr wollte natürlich niemand gehen, vor allem, weil es  „draußen“  erschlagende 35 Grad hatte.

 



Hitze- oder Eisalarm am Mittwoch? Das ließ sich immer nur im direkten Erleben entscheiden! So hatten wir eine Kleinveranstaltung nach der anderen recht spontan entschieden. Den Morgenkreis gab‘s vor der Villa, weil der Himmel gut bewölkt und die Hitze noch erträg- lich war. Froni melken fiel aus, weil sie bei den anderen Kühen übernachtet hatte. Dafür fütteten wir die Hühner ausgiebig und aus den Händen - das braucht noch etwas Übung (für beide Beteiligten), hat aber gut begonnen, denn selbst der stolze Hahn ließ sich nach anfäng- lichem Misstrauen auf dieses kleine Abenteuer ein. Die Katzen und die Kaninchen bekamen auch noch ihr Futter. Wir holten Froni von der Weide und spazierten anschließend mit den Rucksäcken zum Vesperhäusle. Die entdeckten Walderdbeeren ließen wir hängen, um sie auf dem Rückweg einzusammeln - für das Honig-Zimt-Eis, das Heidrun morgens mit den ersten Kinder hergestellt hatte. Tabea Joos brachte morgens ihre Idee mit, ob wir mal ein Bauern-

hofkindergarteneis machen könnten  -  ist hiermit geschehen. Nach dem Vespern suchten wir seltene und besondere Blumen auf der kleinen Wiese vom Nachbarn Herbert, damit die Blumenbüchlein der VorschülerInnen zu weiteren Seiten kommen. Auf dem Rückweg sammelten alle alle Walderdbeerchen in Anna’s Vesperbox. Sechs Glockenblumen, sechs Margeriten und sechs Flockenblumen legten die Großen vorsichtig zwischen viel Papier in die Blumenpresse. Und dann füllte Heidrun 15 Becher mit sehr leckerem Bauernhofkindergarteneis, garniert mit einem gehäuften Kaffeelöffel voller Erdbeerchen  -  da haben tatsächlich alle leergegessen. Jade, Rebecca und Anna spülten und trockneten alles Geschirr, während Heidrun mit Justus, Theresa und Jule die Elternzettelchen fürs Baden am Donnerstag schrieb. Unser kleines Gartenbeet wässerten wir noch und dann versammelten sich fast alle Kinder am kleinen Brunnen, um sich mit dem kühlen Quellwasser abzukühlen.

 



Spritzenalarm am Donnerstag. Zuvor hatten wir aber im Bauernhofkindergarten noch einiges zu erledigen: Froni melken und zur Weide bringen, Milch filtern und Melkgeschirr spülen, Katzen und Kaninchen füttern, Quark abfüllen und schließlich 12 Kinder in 3 Autos verteilen - das ging nur, weil Familie Gutekunst uns wieder einmal ihren Bus zur Verfügung stellte! Herz- lichen Dank dafür! Bei brütend heißen Tempe- raturen kamen wir gegen 8.45 Uhr in Schiltach an und eilten förmlich ans Ufer der Kinzig. Dort feierten wir im Schatten der Pappeln unseren Morgenkreis und ließen uns anschließend das Vesper schmecken. Recht schnell sind dann alle Kinder mit ihren Badekleidern oder ohne irgendwo im angenehm kühlen Wasser unterwegs gewesen: Ob hineinsitzen, unter- tauchen, flach hinlegen im Fluss, oder im Staudammbecken planschen und die Quelle zum

Springbrunnen verwandeln, das Wasser tat allen gut und brachte manch spannende Idee hervor. Besonders spannend wurde es mit den Arztspritzen und Davids Spritzpistole: Natürlich wurde möglichst jede und jeder nassgespritzt, am besten von Kopf bis Fuß und bald wechselten die Spritzen ihre Besitzer und konnten überall auf dem Gelände  „gezielt“  eingesetzt werden. Der Nebenbeieffekt: Die feuchte Kleidung und die nasse Haut kühlten auf sehr angenehme Weise, am heißesten Tag der Woche. Weit und hoch spritzte man, über und unter der Brücke oder gezielt auf Stöckchen, um sie vom Brückengeländer zu schießen. So verging der Ufer- und Bademorgen sehr angenehm und erst auf dem Weg zu den Autos (12 Uhr) spürten wir, wie erschlagend heiß es wirklich war; wohl dem, der Wasser (im Über-Fluss) hat.

 


Fachschülerinnen-Alarm am Freitag: Pünktlich kamen heute um 8.30 Uhr 9 Fachschülerinnen (Sozialpädagogik an der Nell-Breuning-Schule Rottweil) samt Dozentin Frau Steger und Referendar bei uns an und hatten für einen ganzen Morgen Zeit mitgebracht, um den Bauernhofkindergarten kennen zu lernen. Wir feierten Morgenkreis im Schatten der Scheune, da war die Hitze noch einigermaßen auszuhalten. Für den Tagesplan beschlossen wir: Tiere füttern, Kaninchengehege versetzen, Froni melken, Milch versorgen, Heu wenden, Vespern im Wald, Wasserspiele am Brunnen, nochmals Heu wenden und dann um 12 Uhr Abschlusskreis. Soweit war alles klar, die Schülerinnen teilten sich in 2 Gruppen auf und vier Frauen samt Frau Steger trauten sich, das Melken zu probieren. Nachdem wir Froni auf die Weide gebracht und die Milch gefiltert hatten, griffen alle zu unseren Heugabeln, um das halbtrockene Gras aufzuschütteln und zu wenden. Anschließend vesperten wir gemütlich im angenehm kühlen Wald. Dort entwickelten sich zunehmend anregende Gespräche zwischen einigen Kindern und den Erzieherinnen. Nach und nach zogen sich alle 12 Kinder an ihre Lieblingsspielplätze im Wald zurück und versanken förmlich im Freien Spiel.

Da blieb Zeit, dass ich mit den Gästen ein wenig über die Schwerpunkte und Besonderheiten des Bauernhofkindergartens ins Gespräch kommen und ihnen die Villa zeigen konnte. Die Wasserspiele gerieten einfach in Vergessenheit und wir tauschten uns noch intensiv aus über die erbärmlichen Zustände in den Regelkitas, wo Kinder „eingesperrt“ werden und halt funktionieren müssen  (in Funktionsräumen z.B.), wie belastend der Lärmpegel für alle ist und  „man“  doch inzwischen weiß, wie gut und wichtig, heilsam und entspannend der Aufenthalt in der Natur ist.  Die Kuhglocke läutete kurz vor zwölf den Beginn des Abschlusskreises ein und alle versammelten sich nochmals im Wald. Jedes erzählte mit dem schwebenden Albatros auf der Fingerspitze, was ihm besonders gefallen hat. Da kam viel dankbare Resonanz von den Erzieherinnen, dem Referendar und von Frau Steger für die gemeinsame Zeit. Heidrun las den Anfang von Hänsel und Gretel vor und wir trällerten unsere Abschiedsliedchen. Dankbar haben wir die glücklichen Gäste verabschiedet, die zu ihrem Abschluss und zur Verabschiedung ihrer hochschwangeren Dozentin nun noch gemeinsam zu Mittag essen wollten. Es war für uns alle ein unvergesslicher Vormittag!

 



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