Die “Trinkerin”, Philoduria (oder Euthrix) potatoria entdeckte Dan ...

... am Montag, 26. 6. während unserer kleinen Wanderung. Zuvor feierten wir ...


in voller Runde mit allen 13 Kindern unseren Morgenkreis im Schatten der Scheune, weil es schon wieder so heiß war. Heidrun las ihre Lerngeschichte für (hmhmhm) vor und erzählte, wie eins unserer jüngeren Mädchen es zum ersten Mal schaffte, im Wald ohne Hilfe zu pinkeln und gleich noch ihre Freundin animierte, es auch zu versuchen. Bei der Tagesplanung beschlossen wir, nach dem Tiere versorgen eine kleine Runde Richtung Hexenhäusle zu wandern, um nochmals nach Walderdbeerchen zu suchen, denn der Quark aus Fronis Milch brauchte eine „Beilage“. Zwar fanden wir nicht allzu viele Beerchen, dafür entdeckte Dan zum Erstaunen aller eine sehr interessante Raupe und eine leere Hülle an einem Binsengrashalm. Wir nahmen sie mit zum Bestimmen und haben sie dann in der Villa vorsichtig in ein Glas mit etwas Erde und Gras gesetzt und hoffen nun, dass wir ihr bei der Verwandlung zur Puppe zuschauen können. Vor der Villa konnten wir eine fröhliche Mutter mit ihren beiden Töch-

tern begrüßen. Sie sei einfach mal vorbei- gekommen, um zu schauen, wie es bei uns so ist. Das freut mich besonders, denn der persönliche Eindruck ist immer besser als alle andere „Werbung“. Natürlich hat es allen Dreien gut gefallen, die Tiere, der Erdbeerquark, die Villa, der Abschlusskreis … Die ältere Tochter ist seit ein paar Wochen in einer Regekita und so unglücklich, dass es der Mutter das Herz bricht, auch, wenn sie jeden Tag ein weinendes Kind zurücklassen muss und man ihr erklärt, sie solle ruhig gehen, die höre schon auf mit weinen …  Oh Hilfe!    Beim Verabschieden war eines schon klar, sie kommen auf jeden Fall wieder. Die Vorschüler übten derweil mit Heidrun noch das Aufkleben eines trockenen Grashalmes, damit sie ihre gepressten Blumen auch schön auf den einzelnen Seiten ihres Bestimmungsbüchleins festkleben können. Wir haben unser Gärtle noch kräftig gewässert und versammelten uns dann im Wald zum Abschlusskreis feiern.

 




Heidrun hat ihren zweiten Praxisbesuch gut gemeistert; das war das wichtigste Ereignis am Dienstag. Davor feierten wir Morgenkreis bei angenehmen 20 Grad vor der Villa. Etwas enttäuscht reagierten die Kinder, als Heidrun erzählte, dass sie es wegen ihrer Ausarbeitung nicht mehr geschafft hatte, eine Lerngeschichte zu schreiben. Da erklärte Mathilda spontan: „Der Helmut kann das aus der Hand machen“, und erinnerte auch die anderen, dass ich das gelegentlich praktiziert habe, wenn es mal keine Geschichte aus Heidrun's  "Feder" gab. Also erzählte ich, aus der Hand lesend, wie „hmhmhm“ gestern im Wald beim Beeren suchen plötzlich einen Binsengrashalm hoch hielt und alle Kinder staunten, was da für zwei braune „Würstchen“ dran hingen, ein leben- diges und ein leeres ... „Dan“ riefen alle im Chor, „das war Dan mit den zwei Raupen“. Mein Freund, der Biologe und Waldkindergarten- gründer in Tübingen, Thomas Klingseis (www.bio-scouting.de) konnte uns wieder einmal kompetent bei der Bestimmung der Raupe und des Schmetterlings helfen! Danke sehr! Trinkerin heißt die Raupe, weil man sie gerne an Tautropfen trinkend beobachten

kann.  Der Tagesplan ließ sich klar regeln: Tiere versorgen und Froni melken, dann vespern. Herr Metzger, Direktor der Silberburg-Fachschule in Stuttgart wollte auf 9.30 Uhr bei uns sein, (das hat er wieder pünktlichst geschafft!) um bei Heidrun's Angebot für die Vorschüler: Blumen suchen, pressen und ins Bestimmungsbüchlein einkleben, dabei zu sein. Unser zweiter Besuch, Mutter und Sohn kam schon zum Morgenkreis und mischte sich einfach unter die Kinderschar, beim Füttern und später, als Dan und ich mit den restlichen Kindern den Ponys und den Kühe trockenes Brot brachten. Bei Heidrun's zweitem Schritt, dem Pressen der neuen Blumen und dem Einkleben der schon gepressten konnte ich dann dabei sein und natürlich beim Reflektionsgespräch. Herr Metzger und ich bescheinigten Heidrun gerne ein gelungenes Angebot und deutliche Fortschritte bezüglich ihrer beruflichen Qualifizierung, inklusive manch kleiner, noch weiter zu entwickelnden Perspektiven für die letzten sechs Wochen ihres Anerkennungs- jahres bei uns. Übrigens haben die Kinder diese Ausnahme-Situation während der zweiten Lehrprobe mit Bravour gemeistert! 

 



Endlich regnete es in der Nacht und wir konnten den Morgenkreis am Mittwoch bei 15 Grad vor der Villa feiern. David und Rebecca gingen mit zum Melken (8 Liter!), alle andern, samt unserem nächsten Schnupperkind mit Mutter fütterten die Hühner und Enten. Zum Walderdbeerchen suchen nahmen wir uns einen neuen Waldweg vor. Da ging es anfangs über Stock und Stein, denn der Harvester hatte zugeschlagen. Aber wir kamen durch, sahen die Monster-Waldmaschine dann auch von weitem und jede Menge Tannenstämme am Wegrand liegen. Aber weit und breit kein Erdbeerchen.

Dafür gab‘s riesige Pestwurzblätter, aus denen man wunderschöne Hüte machen kann, passend für kleiner und größere Köpfe. Nach dem Vespern marschierten die Großen mit mir und unseren Gästen steil bergauf zur Villa. Wir verabschiedeten Mutter und Sohn und kümmerten uns dann um die gepressten Blüten auf den Kartons; die mussten jetzt mit Buchbindefolie überzogen werden. In Teamarbeit, mit viel Geschick und Geduld haben es alle Vorschüler geschafft. Die Weidezäune der Schafe haben wir noch zusammengelegt und um den Sandkasten mal  „durchgefegt“. 

 



Mit kühlen 13 Grad starteten wir in den Donnerstag. Leider ohne Heidrun, krankheits- bedingt. Im Morgenkreis verteilte Theresa Herzog die Regeln symbolisch und die Kinder schafften es tatsächlich, alle 8 Regeln ohne Bilder perfekt vorzutragen. Weil es keine Lern- geschichte gab, übernahm Anna den Part und berichtete, wenn auch kurz eine Szene vom Mittwoch, aus den Händen vorgelesen. Anschließend gingen wir zuerst gemeinsam zum Füttern der Hühner und Enten. Selbst der stolze Hahn traut sich inzwischen aus mancherlei Kinderhänden Brotkrümel zu picken. Ich hatte nochmals viele „Baby-Kröten und Frösche“ vor meiner Haustür eingesammelt, die brachten wir zum See und die Kinder ließen sie gerne ins Wasser hüpfen. Mit Jade und Anna war ich dann beim Melken (fast 8 Liter). Anschließend gingen die Kinder mit, die Froni auf die Weide zu bringen. Unser Schnupperkind samt Mama kamen wieder zu Besuch. Auf dem Rückweg sammelten wir frisches Futter für die Kanin- chen. Früh morgens begannen wir schon mit dem Käsen und eigentlich hätte die Käsemasse um 10 Uhr geschnitten werden können, aber sie

war nicht eingedickt, warum auch immer. Also rührten wir nochmals Lab ein und einige Kinder setzten sich mit ihrem Lerngeschichten-Ordner um den Käsekessel herum: „Dann warten wir halt hier, bis die Masse fest ist“.  Zwischen drin entdeckten Theresa Herzog, Jade und Justus die Technik des Absaugen's mit einem Schlauch und wollten es unbedingt auch probieren. Das wurde zu einem großen Experiment am Spülbecken mit Eimern, Messbechern und Wasserwaage, um zu testen, wann die beiden Wasserspiegel auf gleicher Höhe sind  -  wenn kein Wasser mehr durch den Schlauch fließt … Schließlich konnten wir die Käsemasse doch noch erwärmen, ins Tuch füllen und in der Kadova-Form unter die Presse stellen. Weil es draußen inzwischen schön sonnig geworden ist, organisierten die Großen allerlei Wasserspiele, wie sie es im Seniorenzentrum miterlebt hatten: Mit Arztspritzen, Trinkbechern, Messbechern und Eimern. Kurz vor 13 Uhr konnten wir noch zuschauen, wie Samuel Gutekunst jede Menge Honig schleuderte. Und unser Praktikant Dan erklärte alles sehr genau, schließlich kommt er aus eine Großimkerfamilie.

 



Zusammen mit einer spontanen Besucherin aus Schiltach feierten wir bei frischen 12 Grad den Morgenkreis vor der Villa. Zum Melken meldeten sich Rebecca und Justus, während Heidrun mit den weiteren Kindern und unserem Gast das Geflügel fütterte und die nächste „Ladung“ Frösche und Kröten zum Teich brachte. Nach dem Froni auf der Weide war und die Kaninchen ihr Futter bekommen hatten, vesperten wir und warteten auf unsere Besucher aus dem Seniorenzentrum in Schiltach. Kurz nach 10 Uhr trafen fünf Tages- gäste der Oase mit Ursel und Licy ein und freuten sich gleich schon angesichts des herrlichen Weitblicks und der strahlenden Sonne. Die Kinder hatten soeben das Zupfen der Ringelblumenblütenblätter beendet, da passte es gut, dass ich mit unseren Resten von letztem Jahr ein kleines Ratespiel begann: Immer ein Kind ging mit einer getrockneten Blüten- oder Kräuterart in einem offenen Glas bei allen vorbei, ließ sie riechen und schauen und dann raten. Tatsächlich konnten manche der

Gäste die eine oder andere Blüte erkennen. Als nächstes führten Theresa Herzog, Jade und Justus ihren gestern gelernten Trick mit dem Wasser ansaugen mittels eines Schlauches gekonnt einige Male vor. Und da nun schon Wasser im Spiel war, lag es auf der Hand, dies weiter zu benutzen: Mit Spritzen Wasser aus Bechern saugen und … bald spritzte, wer konnte hin und her zwischen Jung und Alt und die Freude war sehr groß. Später sollte eine Flasche umgespritzt und dann mit dem Wasserstrahl in Messbecher getroffen werden. Um 11.30 Uhr verabschiedeten wir fünf glückliche und dankbare Senioren samt Ursel und Licy. Um 12 Uhr feierten wir den Abschlusskreis im Wald, wo der Westwind sehr frisch durch die Bäume fegte und es streng nach Stinkmorchel roch; anschließend legten sich einige Kinder vor der Villa auf die sonnenbeschienenen Bänke: „Wir lassen uns jetzt auftauen!“ Wohl dem, der mit so wenigem „Äußerlichem“ so viel „Innerliches“ erleben kann, mit allen Sinnen und umsonst.

 



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Kommentare: 1
  • #1

    Angie Schyle-Schaar (Montag, 03 Juli 2017 14:41)

    Da wünscht man sich noch einmal Kind zu sein. Ich finde es einfach großartig was die Kinder alles lernen.
    Hätte noch eine frage: Wenn ich Quark machen will, muss ich die Milch zuerst erhitzen?
    Lieben Gruß
    Angie ( Oma v. Delaja )