Zwei Erzieherinnen aus einem Mannheimer Kinderhaus ...

... kamen am Montag zu uns ...


... zu Besuch. Schon zum Morgenkreis trafen sie ein und waren sichtlich angetan von der Umgebung, von der Villa und nicht zuletzt von den Kindern und allem, was unseren Bauernhofkindergarten so ausmacht. Das Wetter allerdings zeigte sich von seiner herbstlich kühl nassen Seite und der Regen hört erst nach 12 Uhr auf. Also planten wir nach dem Tiere versorgen, eine Hausrunde einzulegen. Unsere Gäste gingen mit zum Melken und ließen es sich nicht nehmen, selbst die Hand anzulegen. Nach dem Vespern teilten wir uns in 3 Arbeitsgruppen auf: Lena Kohler zupfte mit fünf Kindern die Beeren aus den Lampionblumen, Julia verfüllte und wog unsere getrockneten Pilze mit 2 Mädchen in die Becher und Karin widmete sich immer 2 Kindern, die ihr Laternenpapier mit Aquarellfarbe blau einfärbten. Zwischen drin und zur Abwechslung wurde mit

Holzklötzchen gebaut. Das dauerte bis kurz vor

12 Uhr und wir feierten den Abschlusskreis auf

den Sitzkissen mit dem Albatros, Quittenspeck, Märchen und Liedern. Etwas überrascht stellten wir fest, dass wir ja schon ewig nicht mehr die ganze

Zeit in der Villa verbrachten. Die beiden Kolleginnen kümmerten sich rührend um die Kinder und bestätigten zu Schluss, dass sie sich sehr gefreut haben über die spannende Zeit und die gute Atmosphäre. Mehrere Kinder bestätigten: „Ich habe mich gefreut, dass wir Besuch hatten“.  Noch einige Stunden tauschten wir uns über die Arbeit aus, denn die Beiden haben natürlich vor, einen Bauernhof-kindergarten zu gründen, was sonst?!  Sehr spannend und wenn’s klappt (bei Heidelberg) werden  „wir“  bald zu siebt in Baden-Württemberg sein; wir hoffen es von Herzen!




Vier Erzieherinnen und drei Vorstandsfrauen vom Bauernhofkindergarten Schwalbennest (www.bauernhofkindergarten-hoeri.de) kamen am Dienstag pünktlichst nach fast 2 Stunden Fahrt zum Morgenkreis bei uns an. Ich verabrede mit allen Gästen für ihren Besuch, dass sie uns den Vormittag lang über einfach begleiten. Nach dem Beginn der Abholzeit kümmere ich mich dann direkt um die Gäste. Nach dem Morgenkreis in richtig großer Runde zeigten die Kinder mit viel Stolz und Selbstbewusst-sein, was sie in Sachen Tiere versorgen so alles drauf haben, ob bei den Hühnern oder beim Melken, die Kinder wissen sich und ihre Arbeit gut zu präsentieren. Was im Gespräch mit den Gästen nach Mittag zu Aussagen führte wie: „Diese Gelassenheit, die Ruhe und die Selbstverständlichkeit, mit der die Kinder z.B. sich anziehen, mit den Tieren umgehen, gemeinsam arbeiten oder ein Problem angehen …, das ist schon sehr beeindruckend".

Wir vesperten vor der Villa, denn ein recht großer Berg von Lampionblumen wartete aufs Entzupfen der Beeren; danke an Familie Diana Kohler für die super Lieferung! Dem Kinderwunsch entsprechend spazierten wir nach dem Vespern zur Burgruine, hatten dort einen kurzen  „Frei-Spiel-Aufenthalt“  und versammelten uns dann 10 vor 12 vor der Villa zum Abschlusskreis. Und wieder bestätigten mehrere Kinder, dass sie sich über die Besucherinnen gefreut haben. Ich mich auch, nicht zu Letzt, weil wir bis

15 Uhr noch sehr intensive und fachlich hochqualifizierte Gespräche über alle Belange der Bauernhofkindergartenpädagogik führen konnten. Sehr herzlichen Dank an meine Freundin und Vorsitzende des Trägervereins Marion Häberle, die Vorstandsmitglieder Katrin,  Katharina, die Kindergartenleiterin  und ihr Team!   Euer Besuch war der Anfang einer zukunftsträchtigen Kooperation!



Am Mittwoch feierten wir den Morgenkreis wieder draußen vor der Villa. Beim Tagesplan nahmen wir uns eine Brennholzaktion vor, das sollte genügen. Jule und Emma gingen mit zum Melken. Beim Hühner füttern waren auf einmal alle Schafe zur Stelle und das Kälbchen Freddy, da kam es zu interessanten „Mensch-Tier-Begegnungen“. Nach dem Vespern zogen wir mit Bollerwagen und Motorsäge in den Wald. Jede Menge dünnere und dickere Weißtannen-äste lagen kreuz und quer. In kurze Stücke gesägt, konnten unsere jüngeren Kinder die Einzelstücke bis zur Straße tragen und zum Teil schleppen. Dort haben die Älteren sie in den Bollerwagen geladen und eine Fuhre nach der anderen bis ganz nach unten

zum Holzschuppen am Wald gefahren und abgeladen. Gut eineinhalb Stunden waren alle im Einsatz und wir konnten ganz schön viel Holz bewegen  -  klar: Brauchen wir das, damit wir es warm haben, jetzt schon jeden Morgen und im Winter dann erst recht. Und dreckige Hände gibt es auch  -  aber es reicht, wenn man die erst nach getaner Arbeit wäscht und nicht nach jedem weggetragenen Aststück.  Im Abschlusskreis las Karin den Anfang vom Märchen über die zwölf Brüder vor. Anschließend haben Jule und Emma mir beim Abfüllen von  3 ½ Liter leuchtend orangefarbene Lampionblumen-Marmelade in 50 Gläschen sehr gerne geholfen; und noch gerner den Topf und den Messbecher leer geschleckt.



Schön dreckige Hände gab es am Donnerstag nochmals, denn wir transportierten die restlichen Aststücke mittels einer Arbeitskette vom Wald unten bis zur Straße oben; das läuft wie am Schnürchen, wenn alle mitmachen. Mehrere Male zogen immer vier Kinder und ein Erwachsener den Bollerwagen und den Leiterwagen mit Brennholz zum Holzschuppen, luden gemeinsam ab und zogen die Wägen wieder nach oben. Julia übte währenddessen mit Jule und David das Schälen eines Eschenstammes mit dem Zieheisen. Morgens nach dem Morgenkreis befüllten wir zum zweiten Mal den großen Holzofen und entzündeten das Feuer; Kontrolle: Raucht der Schornstein auf dem Dach? Brennt das Feuer hell und wach! Um halb zwölf trafen wir uns in der Villa zur ersten Kinderkonferenz. Mit einem kleine Fallbeispiel starteten wir: Ein Kind spielt Ball, ein zweites

will auch mit spielen; wie könnte es vorgehen. Theresa Schaupp und David stellten sich als „Statisten“ zur Verfügung und ließen sich auf manche Vorschläge aus der Gruppe ein; mit der Idee: „Frag mal, ob du mitspielen kannst“ begann ein fröhliches Ballwerfen und -fangen. Nun gruben wir die alten acht Verhaltensregeln aus, die immer noch am Holzbalken in der Mitte der Villa hängen und besprachen was zu tun ist, wenn z.B. ein Kind jemandem weh tut; jemand kämpfen will, ein Kind nicht aufhört zu streiten oder jemand Hilfe braucht. Weil es auch zu diesen Regeln Bilder gibt, kann man sich die gut einprägen und immer wieder betrachten und bedenken. Im Abschlusskreis erlöste die Schwester kurz vor knapp doch noch ihre 12 zu Raben verwandelten Brüder, die sie wiederum vor dem Scheiterhaufen retteten.



Martin Luther beschäftigte uns eineinhalb Stunden lang am Freitag im Schlossbergsaal des Seniorenzentrums Schiltach. Zuvor vesperten wir bei den ersten Tagesgästen in der Tagespflege Oase und wollten dann eine kleine Runde draußen sein, aber es regnete unaufhörlich und mit gewöhnlichen Kleidern war das schlecht zu machen. Also nutzen wir den freien Schlossbergsaal für ein paar freie Spielminuten und -runden. Kurz vor 10 Uhr halfen alle beim Stuhlkreis stellen und ganz neu: Beim Abholen der Senioren in der Tagespflege. Immer zwei oder drei Kinder schoben mit am Rollator oder am Rollstuhl bis alle 14 Tagesgäste im Schlossbergsaal platz genommen hatten. Aus vollen Kehlen sangen Jung und Alt die fünf Strophen von „Guten Morgen liebe Sonne, hast das Dunkel hell gemacht“.

Regeln sprachen die Kinder dieses mal ins Mikrophon und die Senioren konnten viel besser zuhören. Nach dem Zählen der Monatskette aus der Hosentasche las Julia ihre bewegende Geschichte vor, natürlich für Lena Kohler, die heute ihren letzten Praktikumstag bei uns verbrachte. Als kleines Dankeschön für ihren wertvollen und liebevollen Einsatz bekam Lena außer der „Lerngeschichte“ mit Bauernhof-kindergartenbild auch ein Glas von unseren getrockneten Apfelringen und ihre „Lieblings-Süsis“. Dann lauschten alle der Mitmachge-schichte über Martin Luther‘s Weg vom Kind bis zum Mönch und dem großen Ereignis, als er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelte. Anhand verschiedener Symbolen sahen wir, wie die Menschen damals von Angst geplagt und von der Kirche



unter Druck gesetzt leben mussten: Wie mit einem Rucksack voller Schuld-Steine beladen, mussten sie ihr Dasein fristen. Wer von seiner Schuld und seiner Sünde los-kommen wollte, musste bei der Kirche Ablassbriefe kaufen, in dem Glauben, dass Gott einem dann gnädig werden würde. Darüber hat Luther keine Ruhe mehr gefunden, bis er im Kloster von den Bibelworten nicht mehr loskam: „Gott sagt: Du brauchst nur wissen, dass ich dich immer lieb habe. Denn gerade, wenn du schwach bist, dann bin ich immer bei dir und helfe dir mit aller meiner Kraft.“ Gestärkt durch diese Glaubenserfahrung geht Luther bis vor den Kaiser und den Reichstag in Worms, wo alle von ihm erwarten, dass er seine revolutionären Thesen gegen die Ablasspraktiken der Kirche widerruft:

Dort stand er dann ganz alleine und sagte: „Ich kann nicht widerrufen, denn ich habe alles, was ich geschrieben habe, so in der Bibel gefunden. Aber wenn mir jemand mit Hilfe der Bibel zeigt, dass ich mich irre, dann werde ich widerrufen.“  Dafür wird er aus der Kirche ausgeschlossen und für vogelfrei erklärt. Sein Freund Friedrich der Weise lässt ihn entführen und versteckt ihn auf der Wartburg.  Soweit verfolgten alle gespannt diese kurzen Lebenseindrücke des Dr. Martinus Luther. Dann servierte Lena ihren oberleckeren Kuchen, für jeden ein Stück. Vielen Dank dafür! Ein ganz typisches Zeichen für Martin Luther ist seine Luther-Rose, die er selbst als Wappen und Symbol für seinen Siegelring entworfen hatte. Diese Rose gab es für jeden auf einer Karte zum anmalen.



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Kommentare: 1
  • #1

    Heinz Sonnberger (Mittwoch, 08 November 2017 13:32)

    Ich bin überzeugt von dem Konzept. Machen lassen, Erfahrungen sammeln.
    Und es macht mir Freude, die Enkel auf der Internetseite zu sehen.