„Bei mir zuhause hat es Schnee“ ...

... erklärten die ersten Kinder am Montag, allerdings ...


wohnen sie auf über 600 m Höhe und Haus und Hof von Familie Gutekunst liegen auf ca. 600 Metern Höhe. Aber wir konnten noch ganz gut ohne Schnee Morgenkreis feiern, heute mit unserem nächsten Kind, das jetzt seine Schnupperzeit bei uns beginnt und zusammen mit Oma ging das schon erstaunlich gut. Herzlich willkommen! Und dann hockt sich der junge Mann mit ein paar Maiskörnern in der Hand vor ein Huhn und lässt es aus der Hand fressen, als hätte er das schon immer gemacht. Wir beschlossen im Morgenkreis nach dem Melken und Tiere füttern, eine kleine Wande-rung Richtung Schwenkenhof zu machen und neben her nach Haselnussstecken für die Later-nen zu suchen. Im Vesperhäusle fanden elf Kinder Platz und ließen es sich schmecken.

Auf dem weiteren Weg kamen wir an den  

Holzstelen von unserem Passionsweg vorbei  und da kam der Wunsch von ein paar Kindern auf, dass ich ihnen die jeweilige biblische Geschichte dazu vorlese. Dass es nicht viele Grad über Null hatte, spürten wir deutlich;      da hilft nur rennen; kann man ja. Für einen Moment blieben die Kinder am kleinen Spielplatz beim Schwenkenhof hängen und später noch an und in ein paar Pfützen, doch dann zogen

wir unsere Straße weiter, fanden ein paar Haselruten und freuten uns schließlich über die wohlige Wärme in der Villa. Im Abschlusskreis schlug David vor,

dass wir „Im Schnee am Teiche singen, anstelle

von „Im Schilf am Teich“. Passend dazu fegte im Märchen  „Die drei Männlein“  eine Tochter

den Schnee von den Stufen und fand herrlich reife Erdbeeren.




Ohne Schnee fuhren nach dem Morgenkreis drei Vorschüler mit Karin zur Firma Vega in Schiltach. Wir wurden bei VEGA herzlich begrüßt und durften gleich mit spannenden Versuchen starten: Mit Hilfe von Bärlappsporen bleibt der Finger trocken, wenn wir ihn ins Wasser tauchen. Wie bekommt man eine Flasche ganz schnell leer? Man erzeugt einen Tornado, dann rauscht das Wasser ganz schnell aus der Flasche.  Wir brachten einen Schokokuss zum Platzen, ließen einen Propeller hochsteigen und erkannten, dass Bananensaft schwerer ist als Kirschsaft. Und noch vieles mehr. Natürlich ließen wir uns auch die Butterbrezeln und das Saftschorle schmecken und fuhren mit vielen Eindrücken und Geschenken wieder in den Baki.

Während dessen spazierten neun Kinder nach dem Hühnerfüttern und Melken den Wald hinunter bis zu einem gemütlich ebenen Waldweg.  Auf dem ersten

großen Tannenstamm vesperten wir. Auf dem zweiten, der noch viel länger war, balancierten wir und auf dem dritten, der war der Längste und

dessen Spitzte schwebte bald 4 Meter frei in der

Luft, da ließ es sich wunderbar wippen, alle Neune auf einer Wippe.  Was für eine herrlich natürliche Alternative zu den erbärmlich vorgefertigten, von Erwachsenen kreierten Spielplatzgeräten!  Die

Kinder wollten gar nicht mehr absteigen und beschlossen, morgen wieder hier her zu der tollen Wippe zu wandern. Jeder weitere Stamm (in

seiner ganz eigenen Form und Beschaffenheit

der Rinde) wurde erklommen und durchbalanciert.

Da entdeckten die drei heute  „Großen“, was sie

alles können: Verstecke unter Fichten suchen

und an den steilsten Hängen (ist untertrieben!)

hoch klettern und wieder runterrutschen. Das motivierte sogar unsere Jüngsten bis hin zum



noch nicht Dreijährigen, es auch zu versuchen  - 

für mich die wunderbarsten Momente gelungener Lernerfolge.     In der Villa feierten wir den Abschlusskreis mit dem Märchen von den „drei Spinnerinnen“.  Zu einem kurzen Besuch trafen

Herr Carlos Mari, Dipl. Politologe und Geschäftsführer des JHW Freiburg und unsere Freundin Manuela Armbruster, Mitarbeiterin im

JHW bei uns ein.  Manuela möchte, nicht zu Letzt

seit sie uns besucht hatte, so gerne auch einen Bauernhofkindergarten gründen und hofft, dass

sie ihren Chef von der Idee überzeugen kann; wir wünschen es Ihr und den Kindern, die in solch

einen Genuss kommen könnten von Herzen. Fürs erste war Herr Mari recht angetan, vor allem von

der gelassenen Selbstständigkeit der Kinder.

Im Morgenkreis am Mittwoch beschlossen wir, bis nach dem Tiere versorgen zu warten und dann zu entscheiden, wohin die Reise gehen sollte; es regnete recht kräftig.  Später dann kaum noch und die Kinder wünschten, zum Baumhaus zu gehen. Dort dauerte es seine Zeit, bis jedes einen Platz zum Vespern fand. Und zum Spielen fand eigentlich niemand so richtig bei der Nässe. So besuchten wir noch den nahegelegenen Fuchsbau, derzeit unbewohnt und spazierten dann zurück zur Villa. Dort hielten wir erst unsere Kinderkonferenz ab. Wir besprachen als erstes, wie wir als Gruppe unterwegs sind, im Wald und auf der Straße. Danach schauten wir uns die acht Verhaltens- regeln an, die sich mit Streit, Wehtun und Helfen befassen.  Ausgelost haben die Kinder, wer am Freitag den Martin und wer den



Bettler spielt und wir sangen das St. Martins-Lied.  Nach der Erzählrunde mit dem Albatros gab‘s als Märchen den Anfang von Hänsel und Gretel. Nach den Schlussliedern kümmerten sich die Vorschüler ums Wetterblatt und beschrifteten die Preisaufkleber für die Lampionmarmeladengläser.

 

Durch den Morgenkreis am Donnerstag führte Julia.  Wir beschlossen, nach dem Versorgen der Tiere zu der Baumstammwippe zu wandern. Zu Gasten waren eine Mutter mit ihrer Tochter aus Schenkenzell. Sie hätten so gerne einen Platz bei uns, aber wir sind ab Mai 2018 mit 20 Kindern voll belegt und auf der Warteliste stehen inzwischen zehn Kinder.  Beide haben die Zeit mut und bei uns sehr genossen.


Wir wanderten also Richtung Kaibach, vesperten

auf dem ersten Tannenstamm und zogen dann,

immer über jeden folgenden Stamm balancierend weiter bis zur berühmten Baumstammwippe. Erst wippten die Kinder alleine, bis sie mich baten, beim Wippen zu helfen; wo gibt’s schon sowas:  Zehn Kinder auf einer Wippe! Und es gibt immer viel

zu erzählen und zu entdecken unterwegs.

Schließlich fanden wir kleine Stammstücke, etwa

in Autoreifegröße, die ließen die Kinder mit Freude den Wald hinunterrollen. Im Abschlusskreis gab es

wie gewohnt den Erzählvogel Albatros, die Märhenfortsetzung von Hänsel und Gretel, vorgelesen von Karin und begleitet von getrockneten Apfelringen und schließlich die Schlusslieder.



Wie Jule die Stammstück-Räder den Wald hinunterkullern ließ, erzählte Julia am Freitag im Morgenkreis in ihrer Lerngeschichte und davon, dass sie einen etwa 2 kg schweren Stein im Rucksack vom Wald bis zum Kindi schleppte  -  weil der so eine schöne Form zum Bauen hat. Wir fuhren nicht, wie sonst freitags üblich, ins Seniorenzentrum, denn Stefan Teufel, MdL hatte seinen Besuch angekündigt, auf 10.30 Uhr. Deshalb konnten wir die Hühner und die Kaninchen füttern und Froni melken. Nach dem Vespern war es den meisten Kindern recht kühl und so verschwanden einige in der Villa. Herr Bürgermeister Haas kam als erster der Gäste. Herr Stefan Teufel, seine Mitarbeiterin Frau Simone Hezel und Herr King trafen pünktlich bei uns ein!

Mit Roland Gutekunst und Tabea Joos tauschten wir uns über die ersten Erfahrungen mit dem damals dritten Bauernhofkindergarten in Baden-Württemberg aus. Dass diese Form der Kindertageseinrichtungen in vielen Bereichen die Kinder anders erreichen, bereichern und fördern kann und was das mit den Kindern macht, nahm breiten Raum ein im Gespräch. Und dass diese Bauernhofpädagogik letztlich auch den Landwirten wieder zu einem angemessenen Ansehen und einer wirklichen Wertschätzung verhefen wird, konnten alle nachvollziehen. Unsere Gäste zeigten sich sehr interessiert und gaben deutlich zu erkennen, dass sie dankbar sind für Menschen, die diese Arbeit ermöglichen und tun. Hoffentlich gibt es zukünftig



 noch viel mehr solcher Einrichtungen, betonte Stefan Teufel abschließend und dass wir uns bei „Bedarf“ gerne an ihn und die Landesregierung wenden sollen.  Mit einem Tischspiel für die Kinder und nicht wenigen Gummibärchen verabschiedeten sich die besonderen Besucher, mit guten Wünschen und der Versicherung: „Wir bleiben in Kontakt“.  Mit den Kindern feierte Karin und Julia den Abschlusskreis, während Theresa Herzog und Emma Glück mit mir die letzten Schritte der Käseherstellung zelebrierten.

Um 18 Uhr saß Theresa Herzog als St. Martin auf Mona und fast alle Eltern kamen zum Fest. Wir sangen im Regen die erste Strophe vom St. Martins-Lied, dann ritt Martin ein Stück, wir sangen die

zweite Strophe und beim Bettler David Kohler angekommen die dritte. Martin stieg ab, zerschnitt seinen Mantel und teilte ihn mit dem Bettler. Bevor Martin weiter ritt, stimmten alle in die vierte Strophe ein. Familie Gutekunst hatte in und an der Werkstatt alles hergerichtet: Tische und Bänke und Feuer in zwei Feuerstellen. So konnten wir mit allen Gästen gleich loslegen mit Grillen. Vielerlei mitgebrachte Salate ergaben ein buntes Salatbuffet mit verschiedenen Brötchen und Broten dazu. Der hausgemachte Teepunsch stammte von uns. Vielen Dank an alle, die das nette Festchen durch ihre mitgebrachten Köstlichkeiten bereichert haben.  (leider gibt es keine Fotos  -  die Kamera streikte)



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