Mein Autounfall am Sonntag, ...

... von der Straße abgekommen, ...


dreimal überschlagen … hat mich ganz schön lahmgelegt, obwohl ich heil davongekommen bin; unserem Gott sei Dank. Deswegen schreibt Karin über den Montag: Gleich schon bei der Ankunft erzählten alle Kinder begeistert vom zweiten Schnee. Im Morgenkreis begleitete uns anstatt der Gitarre die Trommel, weil Helmut nicht da sein konnte. Wir hörten Julias Lerngeschichte für Theresa S., die bei den Vorbereitungen für unser St. Martins Fest

die Grillstecken suchte, fand und dann in den Brunnen legte, damit sie am Feuer nicht gleich zu brennen beginnen. Der Plan für heute hieß: 

Melken mit Roland Gutekunst, Hühner, Schafe und Ponys füttern, Heu runterwerfen, Kaninchen misten und versorgen. Die „Fütterungsversuche“ dauerten etwas länger, da alle zuerst das bisschen Schnee spüren und bearbeiten wollten: Zusammenkratzen, zusammendrücken und loswerfen. Das Vesper nahmen wir in der wohlig warmen Villa ein und flugs verweilten die Kinder im Freien Spielen: Malen, verstecken spielen, Bücher anschauen, Geschichten lauschen oder mit den Holzklötzen bauen. Im Abschlusskreis kam der Albatros bei jedem Kind vorbei und „Die drei Schlangenlätter“  der Gebrüder Grimm.




Volles Haus am Dienstag: 13  Kinder, 3 vom Team, Lena Kohler und der Papa von Lorenz. So feierten wir einen großen und fröhlichen Morgenkreis in der Villa. Das Planen war bald erledigt: Jule und David gingen mit mir zum Melken, alle andern mit Karin, Julia und Lena zu den Hühnern und den Kaninchen. Allzu viel Milch (knapp 3 Liter) ist bei Vroni nicht mehr zu holen, was angesichts des Alters ihres Kalbes und der Jahreszeit normal ist. Nach dem die Milch gefiltert und das Melkgeschirr gespült waren, spazierten wir durch den Wald hinunter Richtung Schiltach.  Auf dem Lieblingsbaum-stamm vesperten alle gemütlich, bis wir uns aufmachten, um Richtung Eulenweg zu wandern. Karin, Lena und Lorenz‘ Papa nahmen

mit den Jüngsten die Abkürzung über den Treppen-Weg vom Schwenkenhof, während alle andern die Idylle des Eulenweges genossen. Immer wieder entdeckten wir vom Sturm abgebrochen und im Stamm zersplitterte Weißtannen; eine mächtige Tanne hatte die Kraft des Windes komplett entwurzelt und wir staunten mit Respekt, welche Kräfte in der Natur vorhanden sind. In der Villa feierten wir Abschlusskreis mit einem Teil des Märchens von der weißen Schlange. Nach den Wetter-blättern wurde wieder weiter gemalt, mit den Holzklötzchen gebaut und Preisetiketten beschriftet, um sie auf die Lampionmarmeladegläschen zu kleben.

 



Karin schreibt über den Mittwoch: Neues Begrüßungslied, da ich den F-Griff noch nicht kann und es ohne Gitarre nach nichts klingt.  Versorgungsrunde mit allen: Mais und Brot für die Hühner, Ponys, Schafe, Heu bereitstellen, Feuer machen, Kaninchen versorgen. Wandern zum Vesperplatz am Waldrand (wie am Dienstag) mit der Hoffnung auf Sonne und tatsächlich war ein Stück des Baumstammes in der Sonne. Balancieren auf dem Baumstamm. Nahezu alle Kinder trauten sich über den gesamten Baumstamm zu balancieren. 

Abstecher zum Hexenhäusle, dann wieder den Weg hoch zum Kindi. Gegen 11.20 waren wir zurück: Lorenz fand vor dem Kindi winzige Eisplatten. Roland Maier zauberte Apfelringe mit Unterstützung, viele Kinder malten, das Thema war der "Stern". Dann verabschiedeten wir Roland und feierten den Abschlusskreis: Ich las die weiße Schlange zu Ende, es gab zwei Gummibärchen für jedes Kind. Wir übten ein Schlangenlied und machten beim Refrain: "olalala olalala ks ks ks" fröhlich mit und schon endete unser Vormittag mit dem Abschlusslied.



Ganz schön kalt (minus 4 Grad um 8 Uhr) begann der Donnerstag  -  draußen; wir feierten den Morgenkreis drinnen und Emma G. drehte an der neusten Erfindung: Die Vroni-Uhr. „Man muss die Scheibe in Richtung von Vronis Kopf drehen, dann erscheinen zwei Kinder-Namen und die sind dran mit melken“, erklärte Theresa Herzog gekonnt. Sie wies auch darauf hin, dass wir endlich mal wieder den schmalen Pfad durch die Schlucht wandern könnten. Nach dem Melken mit Theresa H., die für David einsprang und Emma, stiefelten wir zusammen mit unseren Gästen Lorenz mit Papa und Kilian mit Mama bergaufwärts in den Wald. Das Vespern muss bei solchen Temperaturen etwas zügiger von statten gehen, weil sonst alle recht ausgekühlt sind  -  aber das ist ja weiter kein Problem und jeder versteht’s, bzw. spürt‘s.  Die Sensation des Tages: Raueis!

Für viele ein noch nie gesehenes Phänomen, siehe Fotos. Dieses kleine Wunderwerk der Natur entsteht bei minus 2 Grad, viel Feuchtigkeit und etwas Wind. Unterkühlte Nebel-­Wassertröpfchen sammeln sich meist an freistehenden Ast-stücken und „wachsen wie Haare“.  Immer wieder entdeckten wir die unterschiedlichsten Kunstwerke, die bei der kleinsten Berührung zerfallen: „Was die Natur alles kann!“  Gerne und viel wurde rauf und runtergeklettert, selbst unsere Jüngsten und die Gäste!  Theresa schleppte zwei Haselnussruten mit, damit sie der Karin zeigen konnte, wie man die auf der Ziehbank bearbeitet. So kamen gleich zwei Ziehbänke in Betrieb und manches Kind staunte, was diese wundervolle Handwerker-Erfindung (9. Jhdt.) alles möglich macht, für Groß und Klein.



Alle 13 Kinder versammelten sich in fröhlicher Runde am Freitag kurz vor 9 Uhr in der Oase, dem Treffpunkt für die Tagesgäste des Schiltacher Seniorenzentrums, um gemeinsam zu vespern. Draußen im Nebel spazierten wir eine kleine Runde und feierten anschließend im Schlossbergsaal mit 15 Senioren unseren Morgenkreis. Viele Spiele hatten wir uns ausgedacht und schon beim ersten hatten alle ihre Freude: Die Kinder teilten allen Senioren zwei oder drei Memory-Kärtchen aus, jeweils eins vom Pärchen, die Zweiten vom Pärchen mussten von den Kindern im Saal gesucht und dann bei den Senioren abgeglichen werden, nach dem Motto  „Wir passen gut zusammen!“  Mehrere Bälle transportierten wir von Hand zu Hand in Kreis herum und später dann Stuhlkissen auf den Köpfen. Diese versuchten die Senioren vorsichtig mit Schaum-stoffbällen von den Köpfen herab zu werfen. Nun flogen die Bälle und manches Stofftier von Jung nach Alt und wieder im Kreis wandernd und ganz oft kam 

es zu freudigen Überraschungen für Groß und Klein. Das Schwungtuch hat den besonderen Reiz, dass fast alle immer beteiligt sind. Schon als die Kinderschar unterm Tuch saß und die Senioren immer kräftiger und fröhlicher das Tuch flattern ließen, jubelten alle vor Begei-sterung. Die Haare standen bald allen Kindern zu berge, die Freude wuchs noch mehr und als die Älteste mit ihren knapp 100 Jahren be-schloss, sie will im Rollstuhl auch mal unters Tuch, gab’s kein Halten mehr: Herrlich, wenn mit solchen Kleinigkeiten so viel Lebensfreude für alle aufkommen kann.  Die Bälle flogen noch heftig überm Schwungtuch hin und her, bis Ursel schließlich ein schön beruhigende Such- und Ratespiel anbot: Verschiedene Gegen-stände sind unterm Tuch versteckt, es verschwinden welche und alle erraten, was fehlt. Anfangs ging’s noch laut zu, aber bald sehr gelassen und gemütlich, entspannend eben.  Wir danken für diesen gelungenen gemeinsamen Vormittag und kommen gerne wieder.



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