So richtig viel Schnee war es nicht, etwa ...

... 8 cm, aber wenn die auf der Staig-Straße mit 18 % Gefälle  ...


Richtung Kindi liegen, dann wird’s schwierig.  Julia brauchte von zuhause über 2 Stunden und von 13 Kindern konnten 6 in den Kindergarten gefahren werden. Also ließen wir es gemütlich angehen, feierten den Adventskreis mit 18 Kerzen, die Theresa Schaupp anzündete. Wir sangen die erste und die zweite Strophe von „Macht hoch die Tür“ und übten die dritte gleich mit Bewegungen, die die Älteren fast selbstverständlich zur Verfügung hatten. Für Jule war es ein besonderer Morgen, denn ihr Stern wurde gezogen, sie konnte das achtzehnte Stiefelchen abschneiden, ihrer eigenen Lerngeschichte von Julia lauschen und bekam noch den Herrnhuter Leuchtstern in der Goldkiste mit nach Hause.

Bei der biblischen Geschichte fassten wir den aktuellen Stand nochmals zusammen: Josef und Maria sind im Stall angekommen und die Sterndeuter hatten bei Herodes nachgefragt, wo denn ein neuer König geboren werden sollte. Nach dem Vespern lockte natürlich der herrliche Schnee, aber erst bekamen die Tiere ihr Futter. Mit Melken ist nicht mehr viel, denn Vroni ist schwanger. Wir füllten den großen Holzofen im Heizraum von Familie Gutekunst und bald quoll dicker Rauch aus dem Schornstein. Nun konnten die Sechs endlich nach Herzenslust im Schnee rutschen und Schneemänner bauen. Da verging die Zeit wie immer recht schnell.




Immerhin lag der Schnee von gestern noch, auch auf den Tannen, sodass wir unseren Tannenbaum für Tiere erst mal freischütteln mussten, um ihn dann mit den Leckereien, wie Äpfel, Birnen, Karotten, Kartoffeln, Erdnüsschen und Meisenknödel zu schmücken; alle Kinder hatten Tierfutter mitgebracht und halfen beim Auffädeln der Erdnüsse, beim Aufhängen der Äpfel, Birnen und Kartoffeln mittels Blumendraht. Jule streute ihr mitgebrachtes Vogelfutter auf einem großen Stein aus und schließlich, als alle Leckereien an der Fichte hingen, sangen wir  „O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind Deine Nadeln“. Im Adventskreis um halb neun sangen wir vier Strophen von  „Macht hoch die Tür“. Neunzehn Kerzen auf dem Wagenrad zündeten Theresa Herzog und David an. Mia bediente ganz alleine die Monatskette. Mila's Stern wurde gezogen und sie schnitt das 19. Stiefelchen von der 

Schnur. Ich erzählte, wie Gott tatsächlich als Mensch auf diese Erde kam, vor etwa 2017 Jahren, damals in Bethlehem, in einem ärmlichen Stall, einsam und verlassen. (Lukas 2, 6+7). Dass das Weihnachtsfest, bzw. der Heilige Abend deshalb das Geburtstagsfest von Jesus ist, hört sich gut an, aber die Wirklichkeit sieht leider heutzutage ganz anders aus, oder? Wir machten uns auf, zu den Ställen auf Gutekunst‘s Bauernhof, um die Tiere zu füttern. Anschließend stapften wir mit Rucksäcken und Geschenken für die Tiere in den Wald. Im Abschlusskreis erzählten wir einander, was schön war und was uns geärgert hat. Karin las Astrid Lindgren’s Weihnachtsge-schichte vor und wir genossen die sehr leckeren Plätzchen von Jule und Mila, vielen Dank! Mit „Schnee-flöckchen, weiß Röckchen“ endeten wir und alle schlüpften in die Schneeanzüge, um nochmals den herrlichen Schnee zu genießen.



Nur noch eine schwernasse, recht dünne Schneedecke lag am Mittwoch auf den Wiesen, was den Kindern aber zum Rutschen und Spielen genügte. Zu Besuch kam Muhanad Ismail, 17 Jahre alt; er ist im Dezember 2016 mit seinem Bruder von Syrien nach Deutschland geflohen und bekam den subsidiären Flüchtlingsstatus zuerkannt. Frau Karin Schmidtke betreut ihn und hat den Kontakt zum Bauernhofkindergarten hergestellt. Muhanad wird weiter die Schule besuchen, um seine schon recht guten Deutschkenntnisse weiter zu verbessern. Mittwochs ist Praxistag, und den würde er nach seiner Hospitation heute, sehr gerne bei uns verbringen … Die Kinder lieben ihn und wir denken, dass er gut zu uns passt. Im Morgenkreis sangen wir gleich mal alle 5 Strophen von „Macht hoch die Tür“ und Theresa’s Lieblingsstrophe 4 gleich zweimal. Delaja’s Stern wurde gezogen, nach dem 20 Kerzen auf dem Adventskranz leuchteten. Sie schnitt das zwanzigste Stiefelchen ab und ich erzählte die 

biblische Geschichte, wie der Engel mitten in der Nacht zu den Hirten auf den Feldern kam und ihnen, den Verachte-ten und Ausgestoßenen zuallererst die frohe Nachricht erzählte: „Fürchtet euch nicht! Seht, ich verkündige euch eine große Freude, die alle Welt erfahren wird: Für euch ist heute der Heiland geboren, der Christus, der Herr in der Stadt Davids. Ihr findet das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen …“ (Lukas 2,8-14). Natürlich gehen die Hirten zu dem Stall und finden das Jesuskind und  „verstehen“, besser gesagt ahnen, was da geschehen ist: Gott ist als Mensch zu uns Menschen gekommen; ER wurde einer von uns! Wir fütterten die Tiere und die Kinder rutschten mit Poporutschern und Autorei-fenschlauch durch den letzten Schnee. Eine ausgie-bige Spiel- und Bastelrunde mit Bällen, Bauklötzen, Schneeflocken aus Papier und Rundwebrahmen ergab sich noch vor dem Abschlusskreis, in dem Karin vorlas, was für den kleinen Jaki das Wichtigste an Weihnachten war: Mitanderen teilen.



Am Donnerstag taute der Restschnee langsam aber sicher vor sich hin und die Niesel- und Nebelsuppe lieferte das passende Ambiente zum kürzesten Tag des Jahres. Es gab sogar Kinder, die gar nicht raus wollten, aber auf der Burg waren wir schon lange nicht mehr und da kann man so schön runter-rutschen. Deshalb stapften wir gegen 10 Uhr durch das bisschen Restschnee zur Ruine hinauf. Dort wurde geves-pert und mehr passierte eigentlich nicht, was sonst nie geschieht. Aber wir sind ja flexibel und nahmen Kurs auf die Villa. Die Großen sausten natürlich schnurstracks den steilsten

Abhang hinunter. Mit malen, bauen, musizieren

und Bilderbüchern fanden alle eine Beschäftigung, bis zum Abschlusskreis. Im Adventskreis zählte Hannes 21 Würfel an der Monatskette, Theresa 

Herzog und Emma Glück zündeten entspre-chend viele Kerzen auf dem Wagenrad an. Fröhlich und konzentriert erklangen alle 5 Strophen mit allen Bewegungen des Advents-liedes. In der biblischen Geschichte kamen die Sterndeuter zum Stall und freuten sich, dass sie nach vielen Wochen tatsächlich den neugebo-renen König der Welt gefunden hatten. Gold, Weihrauch und Myrrhe schenkten sie dem Kind als Zeichen ihrer Ehrfurcht, Freude und Dank-barkeit. Noch in derselben Nacht befahl Gottes Engel dem Josef, dass er mit Maria und Jesus nach Ägypten, ins Ausland fliehen sollen, weil Herodes alle männlichen Säuglinge töten lässt, damit es keinen neuen König neben ihm gibt. So wurde Gottes Sohn am ersten Tag seines Lebens zum Flüchtling;  (Matthäus 2, 9-15).  



Quasi im Chor sangen wir alle fünf Strophen von „Macht hoch die Tür“ am heutigen Freitag im Seniorenzentrum, denn alle Tagesgäste sangen mit, als wir im Schlossbergsaal mit dem letzten Adventskreis, zwei Tage vor Heilig Abend begannen. Die ganze Weihnachtsgeschichte mit allen 15 Bildern schauten wir mittels Beamer auf der Leinwand an, während Mathilda und Theresa Herzog erzählten, wie alles geschah. Um die Zeit bis zum Eintreffen der Eltern zu überbrücken gab es ein Kreis- und ein Fingerspiel und „Schneeflöckchen, weiß Röckchen“. Gegen 11 Uhr trafen aus jeder Familie ein, zwei Gäste ein, besonders zur Freude der Kinder. Die servierten auch gleich unseren Punsch und ihre selbstgebackenen Plätzchen. Wir stimmten nochmals das älteste Adventslied an und betrachteten die

Weihnachts-Bildergeschichte etwas ausführlicher und unterstützt von Ferdi. Anschließend ließen wir viele Fotos von unseren gemeinsamen Freitagsbe-suchen bei den Senioren aus dem ganzen vergange-nen Jahr Revue passieren. Die Bescherung folgte und den krönenden Abschluss präsentierte Siegfried mit seiner Ziehharmonika: Ohne Noten, dafür aus ganzer Seele entlockte er seinem Lieb-lingsinstrument erst ein paar Polka-Rhythmen, um dann ein Weihnachts--lied nach dem andren zu begleiten  -  das war schon sehr feierlich und Applaus gab es nach jedem Lied. Kurz vor 12 Uhr gingen die Senioren zum Mittag-essen und die Kinder mit Ihren Eltern nach Hause. Wir danken Ursel und Heidi für alles Vor- und Nachbereiten und den gelungen, festlichen Jahresabschluss. Wir kommen gerne wieder.



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